Doggycat
Tierschutz & Tierhaltung



Hallo, ich bin Jamie :-)


Sir James von der Rahlstedter Friedhofshöhe ;-)

Ich bin hier der Chef im Haus. Naja, ich wär's gerne. Wenn ich ehrlich bin, haben die Weiber mich voll im Griff. Schlimm das. Ich kann Virginia nicht widerstehen, wie auch, wenn die ihren Schwanz wie eine Federboa um einen schlingt.

Pebbles war als Kitten eine mittlere Katastrophe. Ich mein, klar, ja, süß die Kleine. Aber ich hab  gelauscht, selbst Tina & Werner haben sie mit einem Nachnamen bedacht. Sie heißt Pebbles Baader-Meinhoff. Terrormieze. Man denkt an nichts böses, streckt die Krallen aus und will ein gepflegtes Schläfchen halten, da kommt diese fellbesetzte Handgranate angeflogen und man hat alle Beine um den Hals und Pebbles im Ohr. Aber so richtig böse sein kann ich ihr nicht. Wenn sie schläft, habe ich sie auch ganz doll lieb ;-))))

Inzwischen ist Pebbles groß und eine hübsche Dame geworden - aber weniger beknackt ist sie deshalb nicht. Leider hab ich noch nicht rausgekriegt, warum immer die leichtesten bei uns zuhause die Chefs sind. Aber vermutlich kann ich nicht anders, ich lieb halt schwarze Frauen ;-).

Und naja, dass die Wahnsinnige hier mit noch 2 Katern ankam - ich habs ihr verziehen, weil die sind gar nicht so schlecht. Wenn man einfach ganz still sitzen bleibt, dann putzen die einen sogar. Gar nicht so übel!

Unten ist eine Fotogalerie von mir, und wenn Ihr mögt - hier die Geschichte, wie ich zu Tina kam. Und vielleicht zeigt das ja dem einen oder anderen von Euch - nehmt nicht nur die süßen kleinen Kitten, schaut auch mal, ob da nicht ein ganz scheuer, fauchender, schreckhafter Geist in der Ecke sitzt, den keiner beachtet. Natürlich machen wir etwas mehr "Arbeit", und es dauert, bis wir Vertrauen fassen - aber Tina sagt, es ist ein unglaubliches Glücksgefühl, wenn ich sie anschnurre. Wir können ja nichts dafür, dass unsere Geschichte nicht so glatt lief wie bei vielen anderen - aber haben wir nicht auch eine Chance verdient?!

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*Miau und wech* Euer James genannt Jamie

PS:

und hier ist mein Mitgliedsausweis. Hübsch, wa?

.... Unser Schnuffel-Jamie starb am 30.08.2007, vermutlich an einer Krebserkrankung. Er fehlt an jeder Ecke, es kommt noch gar nicht an, wir können es noch nicht begreifen... nie wieder sein MÄH hören zu können, das eher wie die knartschende Stimme eines Hamburger Hafenarbeites klang, nie wieder die schwarze Nase sehen... nie wieder wird er Männchen machen und Fleischstücke aus der Hand reißen, nie wieder... dieses "nie wieder" ist so unfassbar... und doch bin ich so unendlich dankbar, dass er so gehen konnte, wie es für ihn am besten war, ohne Tierarzt, ohne Stress, ohne Panik.

Und ich danke Dir ganz besonders, mein Schatz - für das, was Du mir beigebracht hast über Liebe und Vertrauen. Du hast alles, was Du bekommen hast, doppelt und dreifach zurückgegeben. Ich werde Dich für immer ganz fest in meinem Herzen behalten, bis wir uns eines Tages wieder sehen... ich liebe Dich, bis zum Mond und zurück und noch viel weiter.


Unsere Schwarznase, unser Schnuffi, unser Dicker, unser Jamie ist am Donnerstag, den 30.08.2007 gegen 8.45 Uhr über den Regenbogen geflogen.

In den letzten Wochen hatte er rapide abgenommen, schien dann aber das Steuer noch einmal herum zu reißen, in dem er wieder sehr gut, fast zu gut fraß. Er nahm zu, allerdings blieb er knochig, nur sein Bauchumfang wurde immer größer. Ich vermutete einen Wurmbauch, aber auch eine Wurmkur brachte keine Änderung. Der Tierarzt war für ihn die Hölle - er erlitt schlimme Panikattacken bis hin zur Schockstarre, wenn er in einen Transportkorb eingesperrt wurde. Deshalb hab ich ihm irgendwann versprochen, wir machen so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich - eine lange Tierarztodyssee mit permanenten Medikamenteneingaben wären mit ihm nicht möglich gewesen... es hätte ihn eher getötet als jede Krankheit. Außerdem - Ihm selbst ging es nach wie vor gut, er bestand auf sein tägliches Ausbürsten, ließ sich gerne und ausgiebig den dicken Bauch massieren, fraß mit großem Appetit und forderte mit Nachdruck sein Futter - wehe, wenn ich nicht rechtzeitig aufstand! Er legte fast sämtliche Angst ab und kam ins Bett, sortierte mir mit der Pfote die Haare aus dem Gesicht und haute mir die Pfote auf die Nase, bis ich irgendwann aufstand - nicht ohne vorher ewig mit ihm zu kuscheln. Beim Fleisch portionieren wurde er dann zum Raubtier und obwohl er der Älteste war, wurde er da sehr schnell und jedes (!) runtergefallene Stück war seins - das Jungvolk hatte keine Chance. Aus den Händen hat er es mir gerissen, gemeckert in seiner unnachahmlichen Hamburger Hafenarbeiterstimme, wenn ich nicht schnell genug war.

Die letzten Tage jedoch schien er sehr müde zu werden - auch ein Baldriankissen konnte ihn nicht mehr animieren, dabei hatte er Baldrian und Katzenminze immer so geliebt. Am Mittwoch Abend zupfte er sich das Kissen zurecht und blieb mit dem Kopf darauf liegen und sah so unendlich müde aus... und ich *wusste*, es ist dieser Zeitpunkt... der, von dem man sich so sehr wünscht, er möge nie kommen... die halbe Nacht haben wir zusammengesessen, gekuschelt und ich wollte ihn am liebsten nie mehr loslassen.

Am nächsten Morgen, Donnerstag, ist er nicht, wie gewöhnlich, heruntergekommen, um lautstark nach Futter zu plärren, um auf sein Ausbürsten zu bestehen... er lag noch oben auf seinem Kissen im Bücherregal und schlief tief und fest. Da hab ich dann beschlossen, ich fahre direkt mit ihm zum Tierarzt, damit ich gleich die erste in der Praxis bin. Hab leise alles fertig gemacht... im Augenwinkel sah ich, wie Pebbles die Treppe hochsauste und plötzlich inne hielt und stocksteif sitzen blieb und ihn anstarrte. Ich bin dann nach oben und wollte ihn in den Transportkorb legen, doch er schlief nicht mehr ruhig, sondern zuckte und stöhnte leise. Ich hab versucht, ihn zu beruhigen, rief meinen Mann an, der schon im Büro war, "Jamie stirbt..." er ist sofort losgefahren. Ich hab mich dann mit Jamie auf die Liege gelegt, Gini saß neben uns. Hab versucht, ihn zu beruhigen, ganz ruhig mein Süßer, alles ist gut, wir sind bei Dir, wir haben Dich lieb... lauf, lauf zu Deiner Kira, lauf über den Regenbogen, wir sehen uns wieder...

Jamie starb, als mein Mann die Tür aufschloss, Gini hat ihrem alten Freund noch ein Küsschen mitgegeben. Er fehlt... er fehlt überall.



Bild von Anja

Welche Krankheit ihn uns genommen hat - wir wissen es nicht. Ich hatte die Leber in Verdacht, aber zu nichts passt dieser nach wie vor große Appetit und sein gutes Allgemeinbefinden - ich denke, es war eine Krebserkrankung, aber egal was es war, nichts bringt unseren einmaligen Schnuffi zurück... Und doch bin ich unendlich froh und dankbar, dass er so gehen konnte, wie ER es wollte - ohne Tierarzt, ohne Behandlungsmarathon, ohne Schmerzen...

Wir haben so viele liebe Mails bekommen, Anrufe, SMS und auch Besuche... vielen, vielen Dank an all meine "Katzenmädels", an die Yahooliste "Siebenkatzenleben", die gesamte "Regenbogenland"-Liste, an alle, die persönlich oder im Geiste mit uns Abschied genommen haben. Jamie liegt nun in Jeanettes Garten beerdigt, bei seiner Kira, unter der Hochstammrose. Zwei Mails möchte ich hier gerne veröffentlichen:

Elfi schrieb:

Dein geliebter Schnuffel ist nicht tot- er hat sich nur für kurze Zeit verabschiedet.
Schau einmal raus, dann wirst Du einen wunderbaren Mond sehen, und wenn Du genau hinsiehst, wirst Du ihn sehen- eine glücklichen und zufriedenen Jamie, der Dich nicht traurig sehen will. Es wollte Dich doch nicht traurig machen mit seinem Tod, er hat nur einen Weg genommen, der es ihm leichter machte.


Bild von Carola

Jeanette schrieb diesen schönen Nachruf:

Adieu, Sir James von der Rahlstedter Friedhofshöhe.

Schnell und leise bist du gegangen. Voller Liebe von Tina begleitet. Bis zuletzt hast du an sie gedacht. Du hast es ihr erspart, dich nochmal zum TA bringen zu müssen. Davor hatte sie so unendlich Angst, weil du dich so aufgeregt hast, daß sie jedesmal befürchtete, die Aufregung und Panik könnte dich töten. Warst ja so ein Scheuer, Menschen sind ja erst relativ spät in dein Leben getreten, als du auf dem Friedhof eingefangen wurdest. Eigentlich warst du ein Wildling.

Tina hat dich dann aufgenommen, damit ihre Kira nach dem Tod des kleinen Max wieder Gesellschaft hat.

Da hast du dann deine große Liebe getroffen, die Liebe deines Lebens, dein Ein und Alles: Kira. Menschen waren gut zum Futter hinstellen und Klo saubermachen.

Als dein kleines schwarzes Mädchen dich am 13. Januar 2004 verließ, war dein Herz gebrochen. Du hast deinen Schmerz herausgeschrien, warst wie von Sinnen vor Schmerz und Trauer. Und Tina ging es genau wie dir. Die große Trauer, der furchtbare Schmerz hat euch dann zueinander geführt, und du hast dein Herz ein zweites Mal verschenkt, an Tina.
Es beglückend zu hören, wie sehr du dich dieser neuen Liebe hingegeben hast. Du wurdest zum sabbernden Kampfschmuser, der jeden Morgen seine halbe Stunde Schönheitspflege mit Nachdruck einforderte. Bei Tina konntest du vergessen, daß du "eigentlich" ein Wildling bist.

Nach und nach zogen dann noch vier andere ein. Erst Pebbles - nur ne handvoll Katze konnte man denken. Tja, ne kampfvoll Katze eher. Also mußte etwas zu deiner Entlastung her, und so kam Virginia. Jetzt war's recht: Zwei schöne vierbeinige Frauen, und du konntest entspannt vom Fensterbrett "Katzenkino" gucken, wenn die zwei Weibsen sich beharkten.

Nicht wirklich hätte es sein müssen, daß dann vor einem Jahr Tina und Werner noch mit zwei kleinen Buben aus dem Urlaub zurückkamen. Du hast deinen Unmut kundgetan, aber irgendwann auch wieder verziehen - warst ein großmütiger Kerl!

Und dann wurdest du immer dünner und dünner. Tina machte sich Sorgen und noch mehr Gedanken. Zum TA? Mit dir, der du schon einen Herzinfarkt bekamst, wenn du nur den Kennel sahst? Du konntest sogar Sackhüpfen mit dieser Kiste machen - klingt lustig, war es absolut nicht.

Und sie hatte dir doch versprochen, dich nicht mehr zu quälen mit TA-Besuchen. Daran wollte sie sich halten. Was hätte es auch gebracht? Dir täglich Medikamente reinstopfen? Dich regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen bringen? Es hätte dein Leben vergiftet. Du hast es euch beiden erspart. Du sahst so friedlich aus in deinem Tod - man sah: Du hast es geschafft.

Und du hast bist zuletzt gut gefuttert. Es hat dir geschmeckt und zu hast geschmust. Und als deine Zeit da war, da bist du freudig und schnell über
die Regenbogenbrücke gelaufen in die Arme deiner Kira, die da schon wartete. Jetzt seid ihr wieder vereint, und nichts kann euch jemals wieder trennen. Jetzt lauft ihr Seite an Seite über die Wiesen mit innig verschlungenen Schwänzen. Ihr habt euch wieder.

Und Tina und Werner? Die sind unendlich traurig, es schmerzt so furchtbar. Sie müssen jetzt wieder durch das tiefe, schmerzhafte Tal der Trauer gehen. Aber sie haben einander, und sie haben Pebbie, Gini, Tom und Jerry - sie werden ihnen bei der Trauer helfen

Mit großem Respekt verneige ich mich vor dir

Adieu - Sir James von der Rahlstedter Friedhofshöhe mit dem eindrucksvollen Warndreieck auf der Nase - wir durften dich "Jamie" nennen

"Mach's gut, mein Herzensschöner, nun lasse ich dich zieh'n,
vergiss, was ich gewollt hab. Auch Scherben können blüh'n.
Mach's gut, mein kühles Feuer, und lass mich weiter frier'n,
wer weiß, im nächsten Leben wird ich dich nicht verlier'n."

Rosenstolze "Herzensschöner"

traurige Grüße von
Jeanette, Lilly, Nikki, Soula und Talitha
und meinen Katzenengeln Klein-Erna († 30.10.1998), Bobo († 15.02.2003),
Humphrey († 29.04.2005) und Phoenix († 22.06.2005)

 


von Anjas Tochter Melinda

 

bitte Copyright beachten!
(c) Tina, 20.01.2006
überarbeitet am 01.09.07