Kastration

§ 1 des Deutschen Tierschutzgesetzes:

"Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen."
Das Tierschutzgesetz gilt für alle Tiere unabhängig davon, ob sie vom Menschen genutzt werden oder freilebend sind.

Ich denke, das Problem liegt in der Definition. Was ist Schmerz? Was ist Leiden. Sicher wird keiner behaupten, dass eine unkastrierte Katze Schmerzen leidet. Aber jeder wird zustimmen, dass die "zigtausenden Viecher auf den Straßen" ein wenig erstrebsames Leben führen. Trotzdem sträuben sich völlig unverständlicherweise noch viele Menschen gegen eine Kastration ihrer Katzen, sehen dieses als "Eingriff in die Natur". Da der Mensch aber bereits mit dem Städtebau in die Natur eingegriffen hat und Jagd- und Lebensräume der Tiere zerstört hat, ist dieses Argument wohl mehr als haltlos. Dabei liegen die Vorteile einer kastrierten Katze auf der Hand:

- sie wird nicht mehr rollig, was für die Katze durchaus Stress bedeutet. Außerdem kann sie, wenn sie nicht schwanger wird, mit der Zeit dauerrollig werden, was eine Menge gesundheitlicher Probleme hervorrufen kann. Für den Menschen dürfte es auch wenig attraktiv sein, ständig eine brüllende Katze im Haus zu haben bzw. einen Kater, der ihm die Möbel anspritzt.

- ein Kater hört auf zu markieren und der Katerurin hört auf zu riechen.

- die Tiere werden meist schmusiger. Das Vorurteil, dass sie fauler werden kann ich als 3-fache Katzenhalterin nicht bestätigen. Für manchen Menschen mag es vom Vorteil sein, etwas weniger füttern zu müssen, damit die Tiere nicht dick werden (= Kostenreduzierung). Auch kastrierte Katzen fangen Mäuse und es mag für einen Bauernhof effektiver sein, wenige kastrierte Mäusefänger zu halten als ständig neue Katzen zu "produzieren", weil die "Alten" nicht wiederkommen (eine potente Katze geht weitere Wege als eine kastrierte). Auch müsste sich kein Bauer mehr versucht fühlen, Katzenbabies, die er nicht los wird, zu erschlagen oder zu ertränken. Selbst wenn er nicht so brutal ist und die Kleinen im Tierheim abgeben würde: Die Heime sind auch ohne unkontrollierte Katzenbabyfluten völlig überlastet. Eine Grafik, wieviele Katzen ein unkastriertes Pärchen hervorbringen kann, finden Sie hier.

- mit jeder kastrierten Katze ist ein Stück aktiver Tierschutz getan, eine Eindämmung des 1000-fachens Leidens herrenloser Katzen. Wer einmal erlebt haben, wie eine Katze um einen Artgenossen trauern kann, würden ihr nicht unterstellen, es wäre ihr egal, wenn ihre Babies an Unterernährung, auf der Straße, an Rattengift oder dank "netter" Zeitgenossen sterben...

Helfen Sie mit! Eine Kastration einer Kätzin kostet etwa 100 Euro, bei einem Kater ist es etwas günstiger. Ein geringer Preis für die Vorteile. Eine Gebärmuttervereiterung durch Dauerrolligkeit kann weitaus teurer werden! Auch die Aufzucht von Katzenbabies ist nicht günstig. Informieren Sie sich bitte bei Ihrem Tierarzt. Er wird sie gerne beraten.

Hier noch ein Link zur Kastration: http://www.katzeninfo.com/KIN/catcare/kastration/kastration.html. Dort finden Sie auch Informationen zur Frühkastration.

Cat Care e.V. ist ein privater Katzenschutz-Verein in Kassel.

Zur Kastrationspraktik: Weniger bekannt als die klassische Kastration über den Bauch bei Kätzinnen ist die seitliche Kastration. Bei meiner Pebbles wurde dieser Eingriff vorgenommen und sie war sehr schnell wieder fit - auch ging sie nicht einmal an die Wunde. Es sollte allerdings ein Tierarzt  diesen Eingriff vornehmen, der Erfahrung damit hat.
Bitte schauen Sie zu dieser Kastrationstechnik auf die Homepage von Nicki. Sie hat dort unter "Medizinisches" und dann "Kastration" einen Bericht und Bilder zu der seitlichen Kastration.

     
Fotos: Pebbles nach der Kastration. Ein winziger Schnitt unter dem Silberspray. Vernäht mit selbstauflösendem Faden war eine Nachbehandlung beim Tierarzt überflüssig. Das letzte Stück Faden verschwand bei Pebbles ca. 10 Tage nach der Kastration. An Pebbi selber waren keinerlei Wesensänderungen festzustellen - ganz im Gegenteil, sie ist verrückt wie immer :-). Ich hatte nach 2 Tagen alle Hände voll zu tun, aufzupassen, dass die kleine Maus nicht übertreibt - sie wollte nämlich schon den Kratzbaum wieder rauf und runter...

 

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Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass alle Berichte zur medizinischen Behandlung von Haustieren auf dieser Homepage keinen Tierarztbesuch ersetzen können und sollen und  eigene Behandlungen daher auf EIGENES Risiko geschehen! Bitte sehen Sie diese Seiten als Anregung, sich selber zu informieren und mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens zu sprechen. Wir geben nur unsere persönlichen Erfahrungen und die von Freunden wider. Bei gesetzten Links informieren Sie sich bitte auf den genannten Homepages. Danke.