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Doggycat
Warum wird hier gebarft?
Ich hatte zwar schon früher meinem Kater gelegentlich mal etwas Rindfleisch gegeben, auch Hühnchen wurde gerne genommen, aber ich wäre nicht auf die Idee gekommen, dass das industriell hergestellte Katzenfutter unsere Katzen auf Dauer krank machen kann - im Gegenteil, ich dachte, ich tu meinen Katzen was gutes, wenn ich der bunten Werbung vertraue. Zweifel an dieser Ernährung kamen erst auf, als meiner Kira CNI (= chronische Niereninsuffienz) diagnostiziert wurde. Ich meldete mich damals in einer Yahoo-Gruppe an, die sich mit nierenkranken Katzen beschäftigt und ich musste feststellen, dass ich meinen Katzen jahrelang kein ausgewogenes, artgerechtes Futter angeboten habe. Kira hatte übrigens keine CNI. Sie starb 3 Wochen, nachdem ich mich in den Listen angemeldet hatte, an Krebs. Gegen den Magenkrebs hatten wir keine Chance mehr. Ein Grund mehr, auf gutes Futter zu achten... Aus irgendeinem Grund habe ich mir darüber lange Zeit überhaupt keine Gedanken gemacht :-( So flog also sämtliches Futter raus, was mit
Zucker und 4% Fleischanteil und dazu noch pflanzlichen Eiweißextrakten bestückt
ist und es gab für meine Süßen nur noch Fertigfutter mit einem hohen
Fleischanteil und ohne Zucker. Ich Auch lernte ich,
in Bezug auf Geflügelfleisch, dass Katzen eine schärfere Magensäure wie wir
Menschen haben und daher durchaus in der Lage sind, mit Salmonellen fertig zu
werden (Einschränkung höchstens bei kranken Katzen). Klar eigentlich, sonst
müsste ja jeder Freigänger, der einen Vogel fängt, potentiell krank werden - tut
er aber nicht :-). Vor einer reinen Rohfütterung hatte ich aber doch Angst, denn
dadurch, dass wir unseren Katzen ja keine verschiedenen, lebenden Beutetiere
vorsetzen, muss das Fleisch mit Vitaminen und Mineralien angereichert werden, so
wird z.B. Blut durch Wasser und Salz "ersetzt" und schwindende Vitamine
Doch kurz nach Pebbles' Grundimmunisierung beim Tierarzt bekam sie heftigen Durchfall, sie raste durch die Wohnung und verlor dabei flüssigen, extrem übel riechenden Kot. Ich sammelte den Kot über 3 Tage (altes Marmeladenglas im Kühlschrank aufbewahren!). Dann brachte ich diesen und Pebbi (der es ansonsten gut ging) zum Tierarzt. Diagnose: Giardien (2 weitere gute Links zu Giardien und deren Behandlung am Ende dieser Seite). Sie bekam Vitamine und Panacurpaste gegen die Giardien, die ich nach Herstellervorgabe bei Giardien verabreichte, 5 Tage, 3 Tage Pause, wieder 5 Tage. Ich grübelte, wo sie die Giardien her hatte, es gab keine wirkliche Erklärung. Weder hatten meine Katzen Parasiten, noch hatten Pebbles' Geschwister Durchfall - ich hatte zu allen noch Kontakt. Meine Freundin Tatjana, die Pebbles Bruder Louis übernommen hatte, ließ sogar den Kot beim Tierarzt testen, nichts. Auch die Mama, durchfallfrei. Es blieb der Verdacht, dass sie sich beim Tierarzt angesteckt hat, dass vielleicht auf dem Behandlungstisch eine Giardienzyste von Pebbles aufgenommen wurde und da sie mit ihren 13,5 Wochen noch kein ausgebildetes Immunsystem hatte, hatten diese ein leichtes Spiel. Aber eigentlich war es auch fast egal, wo sie herkamen, wichtiger war, sie wieder wegzubekommen. Sie bekam also ihr Panacur, ich besorgte einen Dampfreiniger und reinigte täglich die Wohnung. Es war sehr anstrengend, alles abstrahlen (Kratzbäume, Teppiche, Liegeflächen), glatte Böden mit Klorix reinigen, täglich das Katzenklo komplett reinigen... und dann hatte sie immer noch Durchfall und immer noch Giardien nach dem Panacur :-( Nun verschrieb der Tierarzt Metronidazol. Es ist sehr bitter, aber Pebbles ist ein Allesfresser und so war es kein Problem, die kleine Tablettenecke in ein Leckerli zu drücken. Der Durchfall hörte sofort auf und die Giardien waren tot. Klingt zwar toll, aber ganz so toll war es dann doch nicht. Denn es sind ja nicht nur die "bösen" Darmbakterien gestorben, sondern die "guten" gleich mit. Nun hatte sie zwar keine Giardien mehr, aber immer noch sporadisch Durchfälle, entwickelte Unverträglichkeiten, besonders gegen das bisherige Dosenfutter und Rindfleisch. Auch insgesamt wirkte sie nicht so fröhlich, wie man sich das eigentlich bei einem Kitten vorstellt. Ein großes Kotprofil ergab dann auch eine große Menge Dysbakterien, die auf eine gestörte Darmflora hinwiesen. Sie bekam speziell aus ihrem Kot hergestellte Autovakzine, die absolut nichts genützt haben :-(. Sie hat 2 Monate lang Bactisel bekommen, Ulmenrinde vor jedem Essen, es schien ihr gut zu bekommen. Sie hatte dann auch lange keinen Durchfall und ich dachte, sie hätte es überwunden (das ganze jetzt schon ein Zeitraum von 6 Monate!!).
Doch dann hat sie Ende Mai eine Wespe in die Pfote gestochen. Pebs haute auf etwas drauf und ich sah ein schwarz-gelbes Insekt wegfliegen. Dann sauste Pebbles wie eine Verrückte durch die Wohnung, bearbeitete ihre Pfote. Ich kriegte sie zu fassen und untersuchte die Pfote. Absolut nix zu sehen. Hätte ich es nicht gesehen, wie sie gestochen wurde, hätte ich gar nicht gewusst, was los war. Ich habe ihr Apis gegeben und die Pfote schwoll auch nicht an - alles schien ok zu sein. Doch einen Tag später lag sie apathisch auf dem Kratzbaum, war zu nix zu bewegen. Ich habe sie eingepackt, zum Tierarzt gebracht, über 40°C Fieber! Der TA vermutete, dass die Wespe direkt ein Gefäß getroffen hat und so das Gift direkt in die Blutbahn überging. Das würde auch erklären, warum die Pfote nicht dick wurde. Er gab ihr eine Spritze mit einem Antibiotikum, Vitamin-B und Cortison (!). DAS hätte ich nicht erwartet und ich weiß nun, dass ich IMMER fragen werde, was gegeben werden soll. Das Cortison tat seinen Dienst, kurzfristig ging's ihr blendend und dann schlimmer als vorher. Es mag sicher Krankheiten geben, wo Cortison angeraten ist, aber dass TÄ dieses Teufelszeug verteilen wie Gummibärchen kann ich nicht begreifen. Es kam, wie es kommen musste - Pebbi hatte wieder Temperatur, sie war lethargisch, schwach, bekam Durchfall und ich bekam wirklich Angst, wir könnten sie verlieren. Wieder waren wir beim Tierarzt, dieses mal der, der sie auch kannte, und ließen ein Blutbild erstellen. Es war ernüchternd. Die Leukozyten waren extrem erhöht, was auf einen heftigen Abwehrkampf hinwies. Ein kleiner Hoffnungsschimmer war, dass sich schon eine Heilphase erkennen ließ. Pebbles selbst konnte man das noch nicht anmerken. Ihr war einfach nur elend. Sie hat sich auf dem Rückweg in den Transportkorb übergeben, hat tobend weichen Kot verloren und streckte mir dann ihre Pfote durch das Gitter, es sah wie ein "Hilf mir" aus. Das tat verdammt weh! Ich sehe es inzwischen so, dass der Wespenstich das durch die kaputte Darmflora angegriffene Immunsystem völlig gecrasht hat. Man darf nicht vergessen, wie gut Katzen Unbefindlichkeiten kompensieren können. Pebbles muss es also schon ganz schön mies gegangen sein ;-( Der TA ließ noch einmal Kot untersuchen und trotz des ganzen Bactisel und Autovakzinen war die Darmflora immer noch hinüber. Gleichzeitig wurde ein Antibiogramm erstellt. Dabei kam raus, dass sie schon gegen diverse Antibiotika Resistenzen aufgebaut hat, sogar gegen den Hammer Metronidazol! Der TA suchte ein Mittel raus, was sie hätte bekommen sollen und ich fuhr mit der Flasche deprimiert nach Haus. Gott sei Dank hatte ich im Internet Kontakt zu einer Frau, die ihre Katzen schon seit Jahren erfolgreich mit selbst gemachtem Futter ernährt. Sie hat mir kräftig den Kopf gewaschen, denn sie hatte schon seit längerem darauf hingearbeitet, dass ich Pebbles roh ernähren soll. Sie selbst hat eine Katze, die vor Jahren ähnliche Symptome wie Pebbles aufwies. Diese Katze ist heute 13 und wie ich mir Pebbles so ansah - es musste dringend was passieren, wenn sie auch ein langes Leben haben sollte!!! Pebbi war aufgebläht, träge und das Magen-Darm-Diätfutter, was sie seit ein paar Tagen bekam und eine kurzfristige Besserung brachte, schmeckte ihr auch nicht mehr. Außerdem war in dem Futter ein hoher Anteil Mais enthalten und Pebbi hatte Bakterien im Darm, die sich von Kohlenhydraten ernähren. Eine reine Fleischernährung, ohne jegliche Beimengung von Getreide schien also das sinnvollste zu sein. Es würde die Bakterien aushungern, ganz ohne weitere Antibiotika. Ich wies Birgit, Pebbles' Engel, auf meine Ängste hinsichtlich der Rohfütterung hin und sie hat daraufhin ein Rezept kreiert, was ich Pebbi geben sollte und mir Hilfe angeboten, ich könne sie ständig ausfragen und anrufen. Damit konnte ich nicht mehr nein sagen :-). Das Rezept entsprach im Großen und Ganzen den Grundrezepten auf Margitta Graeves Ernährungsseite, die Fibel eines jeden BARF-Interessierten sein sollte. Nur das Vitamin-Präparat wurde wegen Pebbles' angegriffenem Darm durch ein speziell hypoallergenes Präparat aus den USA ersetzt. Bedenken Sie, dass diese Rezepte nur eine "Starthilfe" sind und das A und O beim Barfen Abwechslung ist. Insofern empfehle ich "Weiterbildung" durch die verlinkten Yahoogruppen und entsprechende Literatur.
Hinweis: Es ist aber kein Problem, solange Sie sich unsicher sind bei der Fleischfütterung, dass sie noch Fertigfutter beifüttern, z. B. morgens Roh und abends Fertigfutter. Nehmen Sie aber nur hochwertige Fertigfutter mit einem hohen Fleischanteil und ohne Zucker! Mit der Zeit können Sie ja das Rohfutter überhand nehmen lassen, wenn die Katze es mag und es ihr sichtlich gut bekommt. Zum Thema Trockenfutter: Unsere Katzen bekommen Trockenfutter nur gelegentlich als Leckerli und ich rate auch generell ab von einer reinen Trockenfutter-Fütterung. Es entzieht den Katzen viel zu viel Flüssigkeit, sie werden und können niemals dagegen antrinken! Die meisten Katzen trinken nur sehr wenig. Außerdem enthalten fast alle Trockenfutter sehr viel Getreide. Die Katze ist aber als Raubtier auf tierisches Protein spezialisiert und kann Kohlenhydrate deshalb nur schlecht verwerten. Dieses und der ständige Entzug von Flüssigkeit steht mit im Verdacht, Ursache für die chronische Niereninsuffizienz zu sein. Diese Krankheit ist leider recht häufig bei Katzen > 10 Jahren und nicht heilbar. Eine artgerechte Ernährung mit frischem Fleisch oder einem Nassfutter mit hohem Fleischanteil und ohne Getreide ("pflanzliche Eiweißextrakte" etc.) kann eine Vorsorge sein. Mit der Umstellung auf BARF lese ich auch wieder regelmäßig in entsprechenden Yahoo-Listen mit. Noch recht neu ist die kleine, aber engagierte Gruppe "Katzenfutter". Seit einigen Jahren besteht bereits die Liste "Katzen-Alternativ". Neben vielen wissenswerten Dateien finden Sie dort immer Ansprechpartner, die sich schon seit langem mit der Materie beschäftigen. Ich bin sicher noch meilenweit vom "perfekten" Barfen entfernt (wenn es das überhaupt geben kann), aber auch so konnte ich bei Pebbles schon nach wenigen Tagen (!) folgendes beobachten: - sie wirkte nach wenigen Tagen
bereits wieder topfit, fing wieder an, zu spielen und Fliegen zu fangen Ich weiß, Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Hier sehen Sie Pebbles vor und nach der Umstellung...
- nach einer Phase kräftigen Haarens, die aber bei
der Futterumstellung nicht ungewöhnlich ist, haart er jetzt deutlich weniger als
früher und glänzt wie hochglanz-poliert
Ich sehe es also schon so, dass die Futterumstellung meiner Pebbles das Leben gerettet hat und Jamie & Virginia eine deutliche Verbesserung erleben durften. Auch kann man sehr gut Dinge weglassen, was bei Unverträglichkeiten (super Website dazu hier: Forestsprite MC) sehr wichtig ist. Bei Dosenfutter ist das schwierig, da nur selten genau deklariert ist, was genau drin ist und wenn, beschränkt sich die Auswahl auf 1-2 Sorten. Ich habe jetzt ein breites Fütterungsspektrum und kann problemlos berücksichtigen, dass Pebbles kein bzw. nur wenig Rind vertragen kann, genauso wenig wie quellendes Getreide. Als weiteren Plus-Punkt werden die Zähne super gepflegt durch das Kauen von Fleischbrocken und Knochen. Auch die Verwertbarkeit ist deutlich besser, sie fressen weniger, und es kommt auch weniger "hinten raus". Es ist also auch eine Ersparnis an Katzenstreu und ich muss auch sagen, dass die "Hinterlassenschaften" deutlich weniger bis gar nicht riechen. Insgesamt konnte ich feststellen, dass Barfen nicht teurer ist als ein "vernünftiges" Fertigfutter, eher sogar günstiger. Anfangs haben meine Katzen sehr viel gefressen, vermutlich hatten sie einen hohen Nachholbedarf an Nährstoffen. Inzwischen kommen sie mit deutlich weniger aus, haben dabei eine kräftige muskulöse Figur und sind super-gut drauf :-)
Das ist jetzt ganz schön lang
geworden :-)
http://www.loetzerich.de/Gesundheit/Giardien/giardien.html |