Rassekatzen / Rassehunde bzw. Zuchtkatzen / Zuchthunde

Beide Begriffe sind nicht gleich zu setzen, denn natürlich wird nicht jede Rassekatze und nicht jeder Rassehund automatisch zur Zucht eingesetzt. Über den Sinn und Unsinn von Zucht kann man Abend füllende Debatten führen. So sehen viele keinen Sinn darin, wo es doch Millionen von herrenlosen Katzen und Hunden gibt, die dringend ein schönes Heim suchen. Dieses Argument ist sicher nicht von der Hand zu weisen. Ich denke aber auch, wenn man etwas nüchterner und weniger emotionsgeladen an das Thema herangeht, muss sich Zucht und Tierschutz nicht unbedingt widersprechen.

Warum ich selbst zu einer Rassekatze gekommen bin, können Sie bei Interesse auf Virginias Seite nachlesen. Kurz gesagt hatte es zwei Gründe. Der erste war, dass aufgrund meiner bereits vorhandenen Katzen der Neuzugang einen gewissen Charakter haben musste, damit alle Beteiligten glücklich zusammenleben können. Den hätte ich natürlich mit einiger Geduld sicher auch bei einem Tierschutzkätzchen finden können. Aber da kam der zweite Grund: Ich hatte mich einfach in sie verliebt :-). Und da es charakterlich auch passte, stand ihrem Einzug nichts mehr im Wege.

Grundsätzlich finde ich es auch besser, einem der abertausenden Katzen und Hunde im Tierheim eine Chance auf ein schönes Zuhause zu geben und nicht noch zusätzlich zu den bereits vorhandenen Tieren welche "auf den Markt zu werfen", nur damit sie ein bestimmtes Schönheitsideal mancher Menschen erfüllen. Trotzdem darf man nicht außer Acht lassen, dass es durchaus verantwortungsvolle Zucht gibt:

- Manche sehr alten Rassen würden heute vermutlich nicht mehr existieren, wenn es keine Liebhaber gegeben hätte, die die Rasse in ihrer Ursprünglichkeit bewahren.

- Eines der Hauptprobleme der Galgos in Spanien ist, dass jeder unkontrolliert einen Rüden und eine Hündin zusammen lassen darf. Eine kontrollierte Zucht und ein Verbot dieser "Massenproduktion" wäre eine Möglichkeit, das Elend dieser Hunde einzudämmen. Ca. 30.000 Galgos werden jedes Jahr in Spanien ausgesetzt oder bestialisch ermordet. Eine Menge, die niemals vermittelt werden kann. Daher *muss* eine kontrollierte Zucht eingeführt werden, genauso wie empfindliche Strafen bei Zuwiderhandlung.

- Ohne Zuchtprogramme wären manche Tierarten schon ganz von der Erdoberfläche verschwunden. Durch Zucht und Auswildern tragen manche Zoos zur Arterhaltung bei.

Nicht jede Rasse passt zu jedem Menschen. So schätzen einige die eher gemütliche Art von Perserkatzen und andere die eher aktiven Katzen wie Abessinier & Co. Bei Hunden suchen einige vielleicht eher einen Schoß- und Schmusehund während ein anderer auch möchte, dass der Hund das Haus verteidigen kann oder ihn beim Joggen begleitet. Wenn Sie Ausschau nach einem Züchter Ihrer Traumrasse halten, ist vor allem wichtig, dass es sich um einen verantwortungsbewussten Züchter handelt, der in erster Linie aus Liebe zu der Rasse agiert und nicht aus Profitgier. Ein verantwortungsvoller Züchter wird seinen weiblichen Tieren nicht zuviele Geburten zumuten, den Inzuchtfaktor nicht außer Acht lassen, dafür Sorge tragen, dass seine Zuchttiere gesund sind und keine Krankheiten vererben. Deshalb informieren Sie sich, wenn Sie sich für ein Rassetier interessieren, ob es in dieser Rasse eine Häufung an bestimmten Krankheiten gibt und ob sich der Züchter durch Tests bei seinen Tieren dagegen abgesichert hat. Beispiel: PKD bei Perserkatzen oder HCM bei Maine Coons. Beide Krankheiten sind aber durch Ultraschall oder einen speziellen Colordoppler vom Tierarzt zu erkennen. Wenn ein Tier so eine Krankheit hat, darf es selbstverständlich nicht mehr zur Zucht eingesetzt werden. Fragen Sie den Züchter Ihrer Traumrasse, ob Gesundheitszeugnisse bestehen.

Hier finden Sie auch eine Datenbank zu vielen Zuchtkatzen:

Was *nicht* unterstützt werden sollte, sind so genannte Qualzüchtungen, auch wenn die Tiere durchaus liebenswert sind und nichts dafür können. Unter Qualzüchtung versteht man Veränderungen durch Züchtung, die der Gesundheit abträglich ist, wie z. B. extrem platte Gesichter einiger Perserkatzen oder auch Bulldoggen und die damit verbundenen Probleme mit den Atemwegen, riesige Augen, die gar nicht mehr in den Augenhöhlen sitzen, kurze Beine, die den schweren Körper kaum tragen können, Ohren, die bis auf den Boden hängen oder sonstige zweifelhaften Schönheitsideale, die dann noch von Nacktkatzen und -hunden gekrönt werden, angeblich, damit auch Allergie geplagte Menschen Tiere halten können. Schade nur, wenn die gar nicht gegen das Fell, sondern gegen den Speichel allergisch sind! Ich habe auf einer Katzenausstellung eine ganze Zeit eine "Russian Hairless" beobachtet, es handelt sich um eine kleine Katze ohne Haare. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Fakt ist aber, dass das Tier die ganze Zeit tief in einem kleinen Plüschsack steckte und während der Präsentation, außerhalb ihres Plüschsacks, gebibbert hat...

Zusammenfassung:
Hierauf sollten Sie achten, wenn Sie sich für eine bestimmte Rasse Hund oder Katze interessieren:

- Passt die Rasse vom Charakter zu mir (ruhig/lebhaft)?
- Ist die Rasse mit einer besonderen Pflege verbunden (z. B. ausgiebiges Kämmen/Bürsten bei Perserkatzen) und sind Sie dazu bereit?
- Ist die Rasse für bestimmte Krankheiten bekannt?
- Sehen die Tiere beim Züchter gesund aus, wie werden sie gehalten? Sie sollten auf dem Absatz kehrt machen, wenn Ihnen etwas auffällt, was nicht der artgerechten Tierhaltung entspricht und den Verband, dem der Züchter angeschlossen ist, informieren, im Zweifelsfall den örtlichen Tierschutzverein.
- Geht der Züchter auf alle Ihre Fragen ein (fragen Sie ihm Löcher in den Bauch!), kann er für seine Tiere Gesundheitsatteste vorweisen, die bestimmte rassespezifische Krankheiten ausschließen?

Und letztendlich muss Ihnen auch bewusst sein - ein Rassetier kostet Geld. Sind Sie bereit, die Bemühungen einer verantwortungsvollen Zucht zu honorieren? Die Preise bewegen sich ab ca. 500 Euro aufwärts, für seltene Rassen können es durchaus mehrere tausend Euro sein. Trotzdem sollte Geld der letzte Grund sein, um sich für oder gegen ein Tier zu entscheiden. Auch würde ich vor Züchtern so schnell ich kann wegrennen, die meinen, Hauskatzen oder Promenadenmischungen sind nichts wert (gibt's leider durchaus) oder überhaupt abwertend über andere Rassen reden als die "ihren"! Im Vordergrund sollte immer die Liebe zu Tieren stehen.

Lesen Sie hierzu die Geschichte von Buffy, einem Maine Coon-"Schnäppchen" - seien Sie skeptisch, wenn Ihnen jemand eine Rassekatze sehr günstig "andrehen" will:

Buffys Tagebuch
 

Hier nun einige Links von Züchtern, die ich empfehlen kann. Es gibt sicher sehr viele mehr, aber ich schreibe hier wirklich nur die auf, die ich kenne, sei es privat oder lange genug durch das Internet. Wenn Sie möchten, schreiben sie mich an - die Züchter kennen sich ja größtenteils untereinander und ich frage dann gerne bei mir bekannten Züchtern nach einem verantwortungsvollen Züchter Ihrer Traumrasse.
Mit Hundezüchtern habe ich mich noch nicht befasst, daher beschränken sich die Links derzeit noch auf Katzen. Scheuen Sie sich nicht, mehrere Züchter zu besuchen, zu vergleichen - nur so werden Missstände nachlassen, wenn man "Schwarzzüchter" nicht unterstützt, auch wenn das wegen Mitleid für die Tiere nicht immer leicht fällt.


Allgemeine Infos / Züchterlisten

catterys

 

 

 

Abessinier

Abessinier von Dor-lómin

 

Highlander

Little Saints - Highlander & Selkirk Rex Katzen

 

Maine Coon

 

Norwegische Waldkatze

 

Ragdoll

 

 

 

Selkirk Rex

Little Saints - Highlander & Selkirk Rex Katzen

 

Somali