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Doggycat Rumäniens Straßenhunde
August 2010 - über Tschechien und Ungarn ging es nach Rumänien. Motorradurlaub sollte es werden. Schon kurz nach der Grenze fühlte man sich 30 Jahre zurück versetzt. Kaputte Straßen, alte verfallene Häuser. Nach nur wenigen Kilometern lag am Straßenrand eine tote Katze. Und kurz darauf auch ein toter Hund. In nur 7 Tagen in Rumänien habe ich 15 tote Hunde gesehen. Wir haben Menschen gesehen, die nicht nur nicht ausgewichen sind, wenn ein Hund über die Straße lief, sondern die sogar noch absichtlich drauf zugehalten haben. Wir haben Hunde gesehen, die am Ende waren - am Ende ihrer Kräfte, abgemagert, teilweise kahl, dreckig, von Flöhen übersät. Hunde, die solche Panik hatten, dass sie einen nicht an sich heran ließen. Oder Hunde, die so dankbar für eine Streicheleinheit waren, dass sie sich sofort unterwarfen und das Kraulen in vollen Zügen genossen.... Sie sind überall. Sie liegen an der Straße und mitten auf der Straße. Gerne auf Parkplätzen, in der Hoffnung, ein paar Essensreste zu finden. Sie sind selten allein - meist sind kleine Rudel unterwegs, manchmal auch ausgemergelte Hündinnen mit ihren viel zu dürren Welpen. Sie haben kaum Schutz vor Wettereinflüssen, ein warmer Platz oder ein Deckchen ist ein Fremdwort. Einige Leute haben Mitleid, füttern ein paar Essensreste, von dem wenigen, was sie selbst haben. Anderen sind die Hunde egal. Und mehr als das. Auch heute werden noch tausende Hunde in Rumänien getötet. Einige Städte haben sich inzwischen dazu bereit erklärt, die brutale und oft nicht tierschutzgerechte Tötung der Hunde zu unterlassen und stattdessen Kastrationsprogramme zu starten. Die einzige und wirksame Möglichkeit, den Wahnsinn langfristig zu stoppen!! Zitat Vier Pfoten zum Kastrationsprojekt in Bukarest vom 23.11.2010: ...
Die Stadtverwaltung hat im vergangenen Jahrzehnt immer wieder zahllose Hunde
getötet, dennoch ist die Population weiter angestiegen. Für viele ein Beweis,
dass das systematische Töten von Streunern keine Besserung bringt. Dies kann nur
eine einheitliche Europapolitik mit Chippflicht für jedes Tier und eine auf
Langfristigkeit ausgelegte, humane Populationsreduzierung durch Kastration
bewirken. In
diesem Sommer nahm eine VIER PFOTEN Delegation die Verhandlungen mit dem
derzeitigen Bürgermeisterbüro erneut auf und präsentierte die positive Statistik
der Arbeit im übrigen Rumänien. Als die Gespräche eine positive Wendung nahmen,
wurde schließlich eine Einigung erzielt und schriftlich fixiert. Damit wurde das
Ende der sanktionierten Hundetötungen ebenso besiegelt wie der Starttermin für
die das Projekt in Bukarest am 10. September. Auch der BMT engagiert sich im Rahmen des Auslandstierschutzes für rumänische Hunde: Rumänien geht uns alle an - Helfen Sie jetzt! Der BMT unterstützt seit Jahren die rumänische Tierschutzorganisation "Asociatia de protectie a animalelor" (Leiterin Cristina Lapis) in Brasov. Die Stadt mit ca. 300 000 Einwohnern liegt am Fuß der Karpaten und muss sich mit Tierschutzproblemen auseinandersetzen, die ohne ausländische Hilfe nicht mehr zu bewältigen sein werden.
Der BMT verfügt über
langjährige Erfahrung im osteuropäischen Tierschutz
und sieht sein Engagement in Ungarn und Rumänien als notwendigen Schritt auf
dem Weg in ein geeintes Europa. Eine Aufgabe, die uns alle angeht
Vielleicht fragen Sie sich, wie es überhaupt zu einer solchen Menge an Hunden kommen konnte? Unter der Militärdiktatur Ceaucescues wurden viele kleine Häuser und Höfe abgerissen, die Menschen mussten in Plattenbauten umziehen. So landeten viele Hunde auf der Straße und konnten sich ungehindert vermehren. Viele Hunde wurden ausgesetzt. Diese verpaarten sich u.a. auch mit unkastrierten Hunde von Privatpersonen, die z.T. frei herumlaufen. Eine Hündin wird 2x im Jahr läufig und wirft 5-10 Welpen. Meist sind die Hündinnen bei ihrer ersten Schwangerschaft nicht mal ausgewachsen. Sie kann sich selbst kaum versorgen. Nach der Säugezeit spitzt sich die Situation für die Welpen zu. Die Mutter kann meist nicht genügend Futter für ihre Welpen finden. Viele kleine Hunde verhungern, und die Zahl der Welpen, die an Parvovirose oder Staupe sterben, ist groß. Auch werden die Kleinen oft überfahren oder werden Opfer menschlicher Gewalt. Sollten die Welpen diesen Irrsinn überleben, müssen sie ein Rudel finden oder sind ständigen Beißereien ausgesetzt. Die weiblichen Welpen werden bald selbst Mutter sein. Alle Hunde sind ständig verwurmt und mit Flöhen und Parasiten übersät. Auch vielen Privathunden geht es nicht wirklich gut. Sie "leben" auf Höfen an einer kurzen Kette, ohne Hütte oder menschlicher Zuneigung, bei jedem Wetter. Wer ein wenig weiß, wie sehr Hunde Menschen lieben, der weiß, wie sehr sie leiden. “Wir
schenken unseren Hunden ein klein wenig Liebe und Zeit. Es gibt nur eine Möglichkeit, diesen Wahnsinn zu stoppen! Die Straßenhunde müssen nach und nach kastriert werden. Die rumänische Bevölkerung muss von der Notwendigkeit unterrichtet werden, dass auch sie ihre Privathunde künftig kastrieren lassen. Bitte helfen Sie mit. Der BMT, Vier Pfoten und BrunoPet helfen seit Jahren rumänischen Hunden. Meine Lotta ist ein rumänischer Straßenhund. Ich sehe sie, wie sie auf der Couch liegt und zufrieden vor sich hin schnarcht. Nie wieder wird sie auf einem Schotterparkplatz liegen müssen, direkt an der Straße und sich mit ihren Geschwistern um die wenigen Essensreste streiten müssen. Nie wieder.
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