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Tierschutz & Tierhaltung

 

Tod und Trauer

Der Abschied von einem geliebten Tier ist ein Thema, das jeder Tierhalter gerne weit von sich schieben möchte. Irgendwann aber gelangen wir an den Moment, wo sich unser Tier von dieser Welt verabschiedet oder so krank ist, dass man sich überlegen muss, seinen Gefährten auf sanfte Art erlösen zu lassen. Nicht selten sind wir selbst überrascht, wie sehr uns dieses aus der Bahn wirft.

Tod und Trauer sind Themen, die unsere Gesellschaft nur zu gern weit von sich schiebt. Wird der Trauer um einen geliebten menschlichen Verwandten vom Arbeitgeber gerade mal noch mit einem zusätzlichen Urlaubstag für die Beerdigung Rechnung getragen, so möchten doch die meisten Menschen nichts von Tod und Leid hören. Wenn es sich bei dem Verstorbenen um ein Tier handelt, erntet der Trauernde nicht selten auch noch Unverständnis von seinen Mitmenschen. Sehr verletzende Sätze wie „war doch nur ein Tier“, „gibt doch genug, hol dir doch ein neues“ sind nicht selten und bringen den Trauernden dazu, seine Trauer zu verbergen, um sein Umfeld nicht zu „belästigen“. Dieses jedoch hilft ihm selbst überhaupt nicht weiter, denn anstatt über seine Trauer, seinen Verlust sprechen zu können und damit in der Lage zu sein, ihn zu verarbeiten, versucht er zu verdrängen und zu vergessen, was im schlimmsten Fall zu Depressionen führen kann oder der Mensch verhärtet so sehr, dass er diese Liebe, die ein Tier ihm geben kann, aus Angst vor erneutem Schmerz nie wieder fühlen möchte.

Eine Freundin, Jeanette B., und ich haben eine Yahoogruppe namens Regenbogenland gegründet, in der wir um ihren tierischen Freund trauernde Menschen gerne einladen möchten. Wir versuchen gemeinsam, Wege aus der Trauer zu finden, und bei uns sagt niemand „war doch nur ein Tier“.

Bei Interesse klicken Sie auf diesen Link: 

 

Hier möchte ich noch auf einige Internetseiten hinweisen, die sich ebenfalls mit dem Thema Tod des Haustieres auseinandersetzen:

Kater Tommy (liebevolle Gedenkseite)

Nordsternchens Katzen, Abschiedsseite

Hundekatze.de, Tod und Trauer

Abschiedseite von Birgit Lötzerich (mit Adressen von Tierfriedhöfen)

Glückskatze Tinka

Kleiner Kater Kowalski ("Kowalski" bei 'suchen' eingeben)

Wohin mit dem toten Tierkörper?

Sie sollten schon einige Zeit vor dem Tod Ihres Gefährten darüber nachdenken, was im Fall des Falles mit dem toten Körper Ihres Tieres geschehen soll. Für viele Menschen ist der Gedanke an die Tierkörperbeseitigung (hier wird der Tierkörper hingehen, wenn Sie Ihr Tier nach der Euthanasie beim Tierarzt lassen) eher befremdlich. Wenn Sie einen eigenen Garten haben, ist es möglich, dass Sie den Körper dort beerdigen. Haustiere wie Hunde, Katzen, Kleintiere und Vögel dürfen im Garten begraben werden. Vorraussetzung dafür ist nach Tierkörperbeseitigungsgesetz, dass das Tier nicht an einer meldepflichtigen Krankheit (z. B. Tollwut) gestorben ist. Außerdem darf der Garten nicht in einem Wasserschutzgebietes liegen und zu öffentlichen Wegen und Plätzen muss ein Abstand von ein bis zwei Metern eingehalten werden. Der Tierkörper sollte in ein leicht verrottendes Material - z. B. eine Wolldecke - gewickelt werden und mit einer Erdschicht von mind. 50 cm bedeckt sein (§ 5 Absatz 2 Tierkörperbeseitigungsgesetzes).

Wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, Ihr Tier bei sich oder Freunden zu begraben, besteht auch die Möglichkeit der Kremierung. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, der Tierkörper geht dann direkt von der Tierarztpraxis in das Krematorium Ihrer Wahl und sie erhalten einige Zeit später die Urne mit der Asche zurück. Laut Tierkörperbeseitigungsgesetz  ist das Aufstellen einer Tierurne bei sich zu Hause gestattet. Eine Urne muss kein hässlicher Tontopf sein. Es gibt wunderschöne Urnen, meist bieten die Krematorien auch verschiedene Urnen zur Auswahl an.

Links:

http://www.loetzerich.de/Abschied/Tierfriedhofe/tierfriedhofe.html (Hier finden Sie Telefonnummern der Tierfriedhöfe in Deutschland)

http://dog.top-info.ch/dog/blackboard/tod/list.htm (Liste von Tierfriedhöfen und Krematorien in Deutschland, Frankreich und der Schweiz)

http://www.kleintierkrematorium.de (bekanntes Krematorium im Rosengarten, wunderschöne Urnen zur Auswahl)

http://www.tierschutzbund.de (hier können Sie eine Liste der Friedhöfe und Krematorien in Deutschland anfordern)

Euthanasie

Es ist meines Erachtens empfehlenswert, sich zu informieren, was bei einer Euthanasie (Einschläferung) eigentlich passiert, da das Wort doch mit großer Unsicherheit und Ablehnung behaftet ist. Bisher musste ich diese Entscheidung nicht fällen - mein kleiner Kater Max starb durch einen Autounfall, meine Katze Kira hat sich ohne tierärztliche Hilfe auf den Weg über die Brücke gemacht, insofern kann ich keine eigenen Erfahrungen mitteilen.

Was ist nun genau die Euthanasie? Laut Wikipedia "die schmerzlose Tötung von Tieren". Wenn keine Chance mehr auf Heilung besteht und ein Weiterleben des Tieres nur eine Verzögerung des Leidens darstellen würde, sollte man mit Hilfe seines Tierarztes über eine Euthanasie nachdenken. Es gibt zwar immer wieder Menschen, die dieses als Eingriff in die Natur sehen, ich allerdings bin dankbar, dass wir bei unseren Tieren die Möglichkeit haben, ihr Leiden nicht unnötig zu verlängern. Natürlich sollte kein Lebewesen aus niederen Beweggründen eingeschläfert werden, mit der Adoption eines Tieres übernimmt man eine Verantwortung!!! Möchte oder kann man diese nicht mehr tragen, so sollte man doch wenigstens den Anstand besitzen, und ein neues Heim für seinen Weggefährten suchen! Ein Einschläfern aus Gründen mangelnder Fürsorgebereitschaft des Besitzers ist laut Tierschutzgesetz nicht gestattet und strafbar!

Hat nun Ihr Tierarzt festgestellt, dass eine Euthanasie unumgänglich ist und keine Chance auf Heilung oder Besserung der Lebensqualität besteht, wird er folgendes tun
(
Die Euthanasie darf nur von einem Tierarzt durchgeführt werden!):

Sollte das Tier unruhig sein, kann der Tierarzt ihm zunächst ein Beruhigungsmittel spritzen und es einige Minuten wirken lassen. In den meisten Fällen gibt er dann eine intravenöse Spritze mit einer tödlichen Dosis Barbiturat (Schlafmittel), die sich zuerst auf das Bewusstsein auswirkt. Das Tier schläft wie bei einer Narkose ein (daher auch der Name "Einschläfern"). Es nimmt somit weder Schmerzen noch seine Umwelt wahr. Wenn die Konzentration des Narkosemittels im Blut ansteigt, werden auch die lebenswichtigen Zentren, die die Atmung steuern, "einschlafen". Das Tier hört auf zu atmen und stirbt.

In besonderen Fällen können auch andere Injektionstechniken angewendet werden. Fragen Sie Ihren Tierarzt, wie er vorgehen möchte, und stellen Sie ihm alle Fragen, die Ihnen wichtig erscheinen! Es gehört zu seiner Aufgabe Sie genau zu informieren! Sobald Ihr Tier kein Lebenszeichen mehr von sich gibt, überprüft der Tierarzt, ob Herz- und Atemstillstand, die Zeichen für den klinischen Tod, eingetreten sind. Im Verlauf der nächsten Stunden wird der Tierköper kalt und steif und aus den Körperöffnungen können noch verschiedene Flüssigkeiten austreten (z.B. Urin).

Tipps für den Umgang mit dem Tierbesitzer bei der Euthanasie seines Tieres
mit freundlicher Genehmigung der Autorin Dr. med. vet. Carmen Stäbler

Vortrag einer Tierärztin zur Euthanasie, der  sehr hilfreich sein kann,  für alle die sich in dieser schweren Situation mit ihrem geliebten Haustier befinden. Ein Vortrag ist für Tierärzte, der andere für Tierarzt-Helferinnen.
 
 
Euthanasie in der Kleintierpraxis - vorbereitende Maßnahmen in der Praxis und Betreuung des Tierbesitzers
von Dr. med. vet. Carmen Stäbler
 
Vortrag für Tierärzte
 
Fast immer steht der Besitzer eines todkranken Tieres unter enormem Stress, der sich oft in Verwirrung, Ängstlichkeit, Nervosität, Erstarren, Aggressionen, Ungeduld oder anderen bei Stress auftretenden Verhaltensweisen äußert. Stress entsteht in diesem Fall durch Sorge und vorgreifende Trauer um das Tier und Angst vor dem Ungewissen.
 
Der Besitzer bewertet die Euthanasie seines Tieres sehr häufig völlig anders als der Tierarzt. Während der Tierarzt meist die Erlösung vom Leiden als Hauptpunkt sieht, sehen sich viele Tierbesitzer in die Rolle des Richters über Leben und Tod gedrängt. Die meisten Besitzer fürchten den Verlust des Tieres als Verlust eines langjährigen, geliebten Familienmitgliedes, eines Begleiters durch jede Lebenslage und Trösters in jeder Lebenssituation. Die meisten möchten ihrem Tier keine einzige Lebensminute rauben und brauchen geduldige Aufklärung, warum genau das Leben ihres Tieres unter den betreffenden Umständen nicht mehr lebenswert ist.
 
Für viele junge Menschen stirbt mit dem Tier ein "Geschwisterkind". Der Tod des Tieres, mit dem sie aufgewachsen sind, ist für sie häufig die erste Begegnung mit dem Tod überhaupt. Für viele ältere Menschen stirbt mit einem Tier oft der wichtigste Ansprechpartner und auch das letzte Tier ihres Lebens, weil sie sich nach dem Tod dieses Tieres als zu alt empfinden, um für ein weiteres Verantwortung übernehmen zu können. Der Tod des Tieres ist damit auch Ausblick auf das eigene Ende.
 
Der Tierarzt kann viel tun, um dem Besitzer den schweren Abschied und den Übergang in ein Leben ohne das geliebte Tier zu erleichtern. Durch eine Gestaltung der Situation, die der Bedeutung des Abschiedes angemessen ist, kann sogar psychischen Problemen und komplizierten Trauerreaktionen beim Patientenbesitzer vorgebeugt werden.
 
Besonders wichtig ist die Aufklärung über das, was den Besitzer erwarten wird. Dadurch kann sein Angst- und damit auch Stresslevel enorm gesenkt werden. Angst entsteht sowohl durch
 
1. Kontrollverlust
als auch 2. durch Informationsmangel.
 
Zu 1: Es hilft dem Besitzer sehr, wenn er Wahlmöglichkeiten hat, was die Einschläferung seines Tieres betrifft, weil er dadurch das Gefühl bekommt, wenigstens über einen Teil der Vorgänge noch die Kontrolle zu haben. Viele Besitzer würden wählen, dass der Tierarzt zu ihnen und zum Tier nach Hause kommt. Die vertraute Umgebung und der Gedanke, dem todkranken Tier die Fahrt und die Aufregung in die Tierarztpraxis erspart zu haben, senkt den Stresslevel beim Besitzer meist enorm.
 
Wenn die Einschläferung in der Tierarztpraxis stattfindet, sollte mit dem Besitzer abgesprochen werden, wieviel Zeit er haben möchte, um sich von seinem Tier zu verabschieden. Deshalb wäre es ideal, einen Raum für die Euthanasie zu haben, in dem der Besitzer mit dem Tier ungestört so viel Zeit wie für ihn erforderlich verbringen kann. Was mit dem toten Tier passieren soll, sollte schon ausführlich vor der Euthanasie geklärt werden. Am besten wird der Termin so gelegt, dass der Patientenbesitzer entweder der letzte ist oder der erste. Besitzer sollten auf keinen Fall mit Besitzern "normal" kranker Tiere warten müssen, sondern sofort in einen anderen Raum gebracht werden. Warten zu müssen läßt im Besitzer ein Gefühl des Ausgeliefert-Seins und damit des Kontrollverlustes aufkommen.
 
Zu 2: Am leichtesten für den Tierarzt ist der Informationsmangel des Patientenbesitzers zu beheben. Meist hat der Besitzer nur gerüchteweise Ahnung von dem, was bei der Euthanasie wirklich mit seinem Tier passiert, und was die Wirkstoffe sind, die injiziert werden. Gerade diese Gerüchte versetzen ihn meist in Angst und Schrecken. Durch einfache gebaute Sätze wird sicherer, dass der Patientenbesitzer den Tierarzt versteht, was in dieser emotional belastenden Situation ohnehin schwierig ist. Unter Streß ist die Fähigkeit, sachliche Erklärungen behalten zu können, stark vermindert. Deshalb muss man sich auf die Notwendigkeit wiederholter Erklärungen einstellen. Daher wäre es ideal, das Vorgehen und die Abläufe bei der Euthanasie nicht erst am Termin, sondern schon einige Tage vorher zu erläutern, damit der Besitzer die Informationen verarbeiten konnte und sich am Termin auf das Abschiednehmen konzentrieren kann.
 
Die Wirkstoffe und der Ort der verabreichten Injektionen sollten genau erklärt werden. Der Besitzer sollte auf mögliche Lautäußerungen, Zuckungen oder mögliche Abwehrreaktionen des Tieres hingewiesen werden. Besonders Lautäußerungen seines Tieres treffen den unvorbereiteten Besitzer meist bis ins Mark. Wenn er allerdings vorher auf die Möglichkeit des Auftretens im Rahmen der Narkose hingewiesen wurde, hat er ein ganz anderes Bezugssystem. Ohne diese Information werten die Besitzer diese Zeichen des Tieres als Todeskampf oder Unwillen "zu gehen", was zu schweren Schuldgefühlen und zu einer komplizierten Trauerreaktion führen kann.
 
Der Besitzer sollte auch über die verschiedenen Möglichkeiten, die zum Tode führende Injektion zu setzen, aufgeklärt werden. Hierbei ist zu beachten, dass die allermeisten Besitzer die intrakardiale Injektion ablehnen, da das Herz ihres Tieres für sie eine große symbolische Bedeutung hat. Wenn sie wählen können, entscheiden sich fast alle gegen eine Injektion ins Herz. Dem Besitzer sollte auch erklärt werden, was er nach dem Tod seines Tieres alles an diesem beobachten kann, z.B. dass es auch nach dem Todeseintritt noch eine zeitlang warm ist, ein Punkt, der viele Tierbesitzer sehr verwirrt.
 
Auch auf zu erwartende Köperausscheidungen nach Todeseintritt sollte hingewiesen werden. Die meisten Besitzer fragen sich, ob sie das Richtige tun, wenn sie ihr Tier einschläfern lassen. Auch hier kann der Tierarzt im Hinblick auf die spätere Trauerreaktion dem Besitzer sehr helfen, wenn er ihn in seiner Entscheidung bestätigt.
 
Idealerweise fasst der Tierarzt vor der Einschläferung noch einmal die Punkte zusammenfasst, weshalb man sich gemeinsam für die Einschläferung als das beste, was für das Tier getan werden kann, entschlossen hat. Wenn eine Einschläferung im Zuhause des Tieres nicht möglich ist, sollte man es dem Besitzer in der Praxis so angenehm wie möglich machen. Dringend sollte man Tempos bereithalten.
 
Vor und während der Euthanasie und auch danach sollte das Tier unbedingt mit Namen angeredet werden, denn auch nach dem Tod ist es für den Besitzer noch das geliebte Familienmitglied mit eigener Identität und Geschichte. Wenn der Besitzer Emotionen zeigt, ist es am hilfreichsten, diese als Zeichen von Schmerz und Trauer zu bewerten und anzuerkennen z. B. : "Sie sind so traurig, weil ihr langjähriger Lebensbegleiter stirbt." Nicht hilfreich ist es z. B., zu versuchen, die Trauergefühle klein zu reden: "Aber Struppi hat doch ein schönes Alter erreicht!"
 
Auftretende Emotionen des Besitzers als der Situation angemessen anzuerkennen, hilft dem Besitzer sehr. Sein Stresslevel sinkt meist augenblicklich, wenn er merkt, dass er sich nicht zusammenreißen muss, sondern das zum Ausdruck bringen kann, was er gerade fühlt. Den Zeitpunkt des Todeseintritts dem Besitzer mitzuteilen, ist ein ganz wichtiger Punkt im Ablauf der Euthanasie. Zu sagen: " Ihr/sein Herz schlägt nicht mehr. Sie/er ist jetzt tot," ist eine erste Hilfe für den Besitzer bei der schweren ersten Traueraufgabe, der Anerkennung der Realität des Todes.
 
Wenn die Euthanasie in der Praxis stattgefunden hat, ist es hilfreich für den Besitzer, wenn er nicht mit schmerzbewegtem oder verweintem Gesicht durch ein volles Wartezimmer die Praxis verlassen muss, sondern einen anderen Ausgang nehmen kann. Die meisten Besitzer sind nach dem Tod ihres Tieres in einer Art Schockzustand und haben das Gefühl, was sie erleben, sei nicht real oder völlig neben sich zu stehen. Deshalb sollte darauf geachtet werden, dass der Tierbesitzer jemanden hat, der ihn nach Hause fährt.
 
 
Vortrag für Tierarzt-Helferinnen
 
Alle vorbereitenden Maßnahmen in der Tierarztpraxis sollten darauf ausgerichtet sein, die Einschläferung des Tieres so stressfrei wie möglich zu gestalten. Denn immer steht der Besitzer eines todkranken Tieres unter enormem Stress, d.h. sein gesamtes Verhalten ist emotionsgeleitet. Stress entsteht in diesem Fall durch Sorge um das Tier, vorgreifende Trauer und Angst vor dem Ungewissen.
 
Der Besitzer bewertet die Euthanasie seines Tieres sehr häufig völlig anders als der Tierarzt und die Mitarbeiter der Tierarztpraxis. Während in der Tierarztpraxis meist die Erlösung vom Leiden im Vordergrund steht, sehen sich viele Tierbesitzer in die Rolle des Richters über Leben und Tod gedrängt. Die meisten Besitzer empfinden den Verlust des Tieres als Verlust eines langjährigen, geliebten Familienmitgliedes, eines Begleiters durch jede Lebenslage und Trösters in jeder Lebenssituation. Die meisten möchten ihrem Tier keine einzige Lebensminute rauben. Sie brauchen Aufklärung, warum genau das Leben ihres Tieres unter den betreffenden Umständen nicht mehr lebenswert ist.
 
Für viele junge Menschen stirbt mit dem Tier ein "Geschwisterkind". Der Tod des Tieres, mit dem sie aufgewachsen sind, ist für sie häufig die erste Begegnung mit dem Tod überhaupt. Für viele ältere Menschen stirbt mit einem Tier oft das letzte Tier ihres Lebens, weil sie sich nach dem Tod dieses Tieres als zu alt empfinden, um für ein weiteres Verantwortung übernehmen zu können. Der Tod des Tieres ist damit auch Ausblick auf das eigene Ende.
 
Es ist wichtig, die Verhaltensweisen, die der Besitzer zeigt, richtig als Zeichen der normalen Trauer zu deuten. Wenn die Gefühle und das Verhalten des Besitzers nicht richtig gedeutet werden, fühlt sich dieser missverstanden. Missverständnisse führen zu einem Kommunikationsabbruch, d.h. der Besitzer sagt nicht mehr das, was er wirklich denkt oder es kommt statt dessen zur direkten, aggressiven Konfrontation. Bei Kommunikationsabbruch wird in der Folge fast immer die gesamte Tierarztpraxis negativ beurteilt. Das tierärztliche Personal wird dann vom Tierbesitzer als gefühllos eingestuft. Die Praxis wird in der Folge gemieden. Dabei kommt es nicht darauf an, wie sich die Situation objektiv zugetragen hat, sondern leider nur darauf, wie der Besitzer die Situation unter Stress subjektiv wahrgenommen hat. Eine negative Beurteilung der Praxis kann man vermeiden, wenn man immer bedenkt, dass die meisten Tierbesitzer vor und während der Euthanasie ihres Tieres in einer Ausnahmesituation ihres Lebens sind. Ihre Reaktionen und Verhaltensweisen deutet man meist richtig, wenn man sie unter dem Aspekt der vorgreifenden Trauer sieht. Das  ist eine Trauerreaktion, die auftritt, obwohl das betrauerte Objekt noch lebt.
 
In der Tierarztpraxis kann viel getan werden, um dem Besitzer den schweren Abschied und den Übergang in ein Leben ohne das geliebte Tier zu erleichtern. Durch eine Gestaltung der Situation, die der Bedeutung des Abschiedes angemessen ist, kann sogar psychischen Problemen und komplizierten Trauerreaktionen beim Patientenbesitzer vorgebeugt werden. Es sollte alles dafür getan werden, dass die eigentliche Bedeutung des Wortes Euthanasie, nämlich "leichter, schöner Tod" erfüllt wird und zwar sowohl für das Tier als auch aus Sicht des begleitenden Besitzers. Besonders wichtig ist die Aufklärung über das, was den Besitzer erwarten wird. Dadurch kann sein Angst- und damit auch Streßlevel enorm gesenkt werden. Angst entsteht sowohl
 
1. durch Kontrollverlust
als auch 2. durch Informationsmangel.
 
Zu 1: Es hilft dem Besitzer sehr, wenn er Wahlmöglichkeiten hat, was die
Einschläferung seines Tieres betrifft. Dadurch bekommt er das Gefühl,
wenigstens über einen Teil der Vorgänge noch die Kontrolle zu haben. Viele
Besitzer würden wählen, dass der Tierarzt zu ihnen und zum Tier nach Hause
kommt. Die vertraute Umgebung und der Gedanke, dem todkranken Tier die Fahrt und die Aufregung in die Tierarztpraxis erspart zu haben, senkt den
Streßlevel beim Besitzer meist enorm.
 
Wenn die Einschläferung in der Tierarztpraxis stattfindet, sollte zunächst praxisintern aufgelistet werden, was dem Patientenbesitzer zur Wahl gestellt werden kann. Dazu kann gehören: Der Zeitpunkt der Euthanasie; wieviel Zeit er haben möchte, um sich von seinem Tier zu verabschieden; ob er eine Decke für das Tier mitbringen möchte, was mit dem toten Tier passieren soll; in welches Behältnis das tote Tier gelegt werden soll; ob der Besitzer es obduzieren lassen möchte, um mehr über dessen Krankheit zu erfahren; ob er außer einer Person, die ihn nach Hause fahren soll noch weitere Familienmitglieder mitbringen möchte usw.. Die meisten Besitzer sind sehr dankbar, wenn sie rechtzeitig auf eine eventuelle Bestattung oder Kremierung angesprochen werden und die Tierarztpraxis ihnen die Übernahme der Bestattungs- oder Kremierungsformalitäten anbieten kann.
 
Manche Besitzer wählen, nicht anwesend sein zu wollen bei der Einschläferung
ihres Tieres. Meist ist diese Entscheidung aus Angst vor der Situation getroffen worden. Oft macht sich der Besitzer später jahrelang Vorwürfe, sein Tier in seinen letzten Minuten verlassen zu haben. Viele Besitzer, denen die Vorgänge einfühlsam erklärt werden, entscheiden sich doch noch zum Bleiben.
 
Ideal wäre es, einen Raum für die Euthanasie zu haben, in dem der Besitzer mit dem Tier ungestört (Türschild "nicht stören" anbringen ) so viel Zeit wie erforderlich verbringen kann. Auch hier kann dem Besitzer zur Wahl gestellt werden, ob er sich lieber mit dem Tier auf einen Decke am Boden setzen möchte, ob er auf einem Stuhl sitzen möchte, während das Tier am Boden oder auf einem Tisch liegt, usw.
 
Am besten wird der Termin so gelegt, dass der Patientenbesitzer entweder der letzte ist oder der erste. Besitzer todkranker Tiere sollten auf keinen Fall mit Besitzern "normal" kranker Tiere warten müssen, sondern sofort in einen anderen Raum gebracht werden. Warten zu müssen lässt im Besitzer ein Gefühl
des Ausgeliefert-Seins und damit des Kontrollverlustes aufkommen
 
Zu 2: Am leichtesten für Tierarzt und Mitarbeiter der Tierarztpraxis ist der Informationsmangel des Patientenbesitzers zu beheben. Meist hat der Besitzer
nur gerüchteweise Ahnung von dem, was bei der Euthanasie wirklich mit seinem Tier passiert, und was die Wirkstoffe sind, die injiziert werden. Oft hat er vorher im Internet nach Informationen gesucht und ist auf Horrorberichte
über Einschläferungen gestoßen. Daher ist umfassende Information dringend
erforderlich.
 
Durch Demonstration kann dem Besitzer anschaulich erklärt werden, welche Handgriffe an seinem Tier vorgenommen werden. Gut hierzu eignet sich ein Stofftier, weil Erklärungen am Stofftier für den Besitzer nicht so angstbesetzt sind wie am eigenen Tier. Daher kann er sich viel besser konzentrieren. Die erste Erklärung hierzu sollte vom Tierarzt gegeben werden.
 
Weil Tierbesitzer aber meist unter erheblichem Stress stehen, der das Verständnis auch einfacher Sachverhalte erschwert, ist es sehr hilfreich, wenn die Tierarzthelferin nach dem Verlassen des Sprechzimmers noch einmal beim Besitzer nachhakt, ob es noch offene Fragen gibt. Meist wird das Thema nicht mit einer einzigen Erklärung verstanden. Oft fällt dem Besitzer auch erst zu Hause, wenn er sich wieder einigermaßen entspannt hat, ein, was er eigentlich noch fragen wollte. Entsprechende Anrufe sollten unbedingt geduldig beantwortet werden. Durch einfache gebaute Sätze wird sicherer, dass der Patientenbesitzer den Sachverhalt auch in dieser emotional belastenden Situation versteht. Deshalb wäre es ideal, das Vorgehen und die Abläufe bei der Euthanasie nicht erst am Termin sondern schon einige Tage vorher zu erläutern, damit der Besitzer die Informationen verarbeiten konnte und sich am Termin auf das Abschiednehmen konzentrieren kann.
 
Die Wirkstoffe und der Ort der verabreichten Injektionen sollten genau erklärt werden. Der Besitzer sollte auf mögliche Lautäußerungen, Zuckungen oder mögliche Abwehrreaktionen des Tieres hingewiesen werden. Besonders Lautäußerungen seines Tieres treffen den unvorbereiteten Besitzer meist bis ins Mark. Wenn er allerdings vorher auf die Möglichkeit des Auftretens im Rahmen der Narkose hingewiesen wurde, hat er ein ganz anderes Bezugssystem. Ohne diese Information werten die Besitzer diese Zeichen des Tieres als Todeskampf oder Unwillen " zu gehen", was zu schweren Schuldgefühlen, Selbstvorwürfen und zu einer komplizierten Trauerreaktion führen kann.
 
Der Besitzer sollte auch über die verschiedenen Möglichkeiten, die zum Tode führende Injektion zu setzen, aufgeklärt werden. Hierbei ist zu beachten, dass die allermeisten Besitzer die intrakardiale Injektion ablehnen, da das Herz ihres Tieres für sie eine große symbolische Bedeutung hat. Wenn sie wählen können, entscheiden sich fast alle gegen eine Injektion ins Herz. Dem Besitzer sollte auch erklärt werden, was er nach dem Tod seines Tieres an diesem beobachten kann, z.B. dass es auch nach dem Todeseintritt noch eine zeitlang warm ist, ein Punkt, der viele Tierbesitzer sehr verwirrt. Auch auf zu erwartende Körperausscheidungen nach Todeseintritt sollte hingewiesen werden.
 
Besonders bei der Entscheidung zur Einschläferung brauchen die Patientenbesitzer sehr viel Hilfe und Beratung. Die meisten machen sich ohne entsprechende Unterstützung aus der Tierarztpraxis später lange Zeit Vorwürfe, das Tier entweder zu früh oder zu spät eingeschläfert zu haben. Viele Besitzer fragen sich bis zum Schluß, ob sie das Richtige tun, wenn sie ihr Tier einschläfern lassen. Auch hier können die Mitarbeiter der Tierarztpraxis im Hinblick auf die spätere Trauerreaktion dem Besitzer sehr helfen, wenn sie ihn in seiner Entscheidung bestätigen.
 
Idealerweise fasst der Tierarzt vor der Einschläferung noch einmal die Punkte zusammenfasst, weshalb man sich gemeinsam für die Einschläferung als das beste, was für das Tier getan werden kann, entschlossen hat. Wenn eine Einschläferung im Zuhause des Tieres nicht möglich ist, sollte man es dem Besitzer in der Praxis so angenehm wie möglich machen und ihm auf jeden Fall einen Stuhl bereitstellen. Besitzer, die als Reaktion auf den Stress erstarren, muss man auch sagen, sie sollen sich darauf setzen. Auch Tempotaschentücher sind bereitzuhalten und einfühlsam anzubieten. Vor und während der Euthanasie und auch danach sollte das Tier unbedingt mit Namen angeredet werden, denn auch nach dem Tod ist es für den Besitzer noch das geliebte Familienmitglied mit eigener Identität und Geschichte.
 
Wenn der Besitzer Emotionen zeigt, ist es am hilfreichsten, diese als Zeichen von Schmerz und Trauer zu bewerten und anzuerkennen, z. B.: "Sie sind so traurig, weil ihr langjähriger Lebensbegleiter stirbt." Nicht hilfreich ist es z. B., zu versuchen, die Trauergefühle klein zu reden: "Aber er/sie hat doch ein schönes Alter erreicht!" Auftretende Emotionen des Besitzers als der Situation angemessen anzuerkennen, hilft dem Besitzer sehr. Sein Stresslevel sinkt meist augenblicklich, wenn er merkt, dass er sich nicht zusammenreißen muss, sondern das zum Ausdruck bringen kann, was er gerade fühlt. Es gibt aber auch Menschen, die nicht gerne vor anderen ihre Gefühle zeigen. Oft sind geschlechtsspezifische Unterschiede festzustellen. Männer trauern anders. Auch diese Unterschiede sollten akzeptiert werden. Immer ist zu bedenken, dass auch scheinbar gefasste Besitzer unter enormen Streß stehen können.
 
Wie tröstet man Besitzer? Am besten durch Anerkennung ihrer Trauergefühle und ihres Schmerzes. Gut gemeinte Trostversuche wie z.B.: "Sie werden noch viel andere Tiere haben," werden vom Besitzer sehr oft als Unterstellung der Austauschbarkeit des verstorbenen Tieres angesehen. Besser ist es etwa zu sagen: " Struppi hat ihnen so viel bedeutet, da werden sie sicher eine ganze Zeit brauchen, bis sie über den Verlust hinwegkommen." Dadurch erkennt der Besitzer, dass die Bedeutung, die das Tier für ihn hatte, anerkannt wird und fühlt sich verstanden. Man muss sich nicht berufen fühlen, die aktuellen Probleme (Trauer, Schmerz, Verzweiflung usw.) des Besitzers für ihn zu lösen, indem man Lösungsvorschläge dazu macht. Man muss ihm nur helfen, sich zunächst einmal die neue, schmerzhafte Situation als real anzuerkennen und das gelingt am besten, wenn die aktuellen Gefühle angesprochen und akzeptiert werden.
 
Das Hilfreichste für den Besitzer - und langfristig auch das Einfachste für einen selbst - ist, wenn es gelingt, das, was der Besitzer gemeint hat, in eigenen Worten zusammenzufassen. Wenn der Besitzer z.B. sagt:" Ich weiß nicht, wie ich ohne Struppi weiterleben soll," wäre eine mögliche Antwort: "So viel bedeutet Struppi ihnen, dass ein Leben ohne ihn kaum vorstellbar ist." Nicht hilfreich wäre z. B: "Sie schaffen das schon!" Wenn man sich nicht sicher ist, das Verhalten richtig gedeutet zu haben, kann man einfach nachfragen: "Was sie gerade gesagt haben, meinen sie damit ...?" So hat der Besitzer das Gefühl von ernsthaftem Interesse an seiner Person und fühlt sich gut aufgehoben.
 
Bei allem, was man zu dem Besitzer sagt, sollte man immer bedenken, dass die meisten durch den Tod ihres Tieres in eine Umbruchsituation ihres Lebens kommen und sich erst einmal mit der Tatsache abfinden müssen, dass eine wichtige "Bezugsperson" ab jetzt fehlt. Alles, was ihnen hilft, diese Situation als real anzuerkennen, ist nützlich. Denn die erste Traueraufgabe für den Besitzer ist, den Verlust des Tieres als Realität zu akzeptieren. Wenn man in der Tierarztpraxis den Besitzer dabei einfühlsam unterstützen konnte, hat man schon viel erreicht. Zur Bearbeitung dieser Traueraufgabe kann es auch helfen, dem Besitzer anzubieten, ein Andenken an das Tier mit nach Hause zu nehmen, z.B. eine Haarlocke abzuschneiden, einen Pfotenabdruck aus Tinte zu machen, das Halsband mitzunehmen oder ein letztes Foto zu schießen.
 
Falls die Euthanasie in der Praxis stattgefunden hat, ist es hilfreich für den Besitzer, wenn er nicht mit schmerzbewegtem oder verweintem Gesicht durch ein volles Wartezimmer die Praxis verlassen muss, sondern einen anderen Ausgang nehmen kann.
 
Die meisten Besitzer sind nach dem Tod ihres Tieres in einer Art Schockzustand und haben das Gefühl, was sie erleben, sei nicht real. Deshalb sollte schon im Vorfeld abgeklärt werden, dass der Tierbesitzer jemanden hat,
der ihn nach Hause fährt.
 
Vielen Tierbesitzern hilft der Hinweis auf Tiertrauerforen im Internet und auf virtuelle Tierfriedhöfe, in denen man meist kostenlos ein Grab für sein Tier anlegen lassen kann. Dort finden sie andere um ein Tier Trauernde und können sich gegenseitig unterstützen, was die beste Hilfe zur Trauerverarbeitung ist.
 
Copyright: Dr. Carmen Stäbler
http://www.20six.de/CarmenStaebler/weblogCategory/1pil0i8wu5jbl
 

Buchtipp: "Abschied vom geliebten Tier" von Dr. med. vet. Carmen Stäbler

Kurzbeschreibung

So viel mehr als nur ein Tier haben trauernde Tierhalter verloren. Einen Lebensbegleiter über viele Jahre, einen besten Freund, Vertrauten oder Seelengefährten, das alles und noch vieles mehr kann das verstorbene Tier für den trauernden Tierhalter bedeutet haben. Für viele Tierhalter ist der Tod ihres geliebten Tieres fast oder sogar genauso belastend wie der Tod eines engen Familienmitgliedes. In diesem Buch wird der Prozess des Trauerns um Tiere mit seinen Besonderheiten, wie z.B. den fast immer auftretenden Schuldgefühlen, erklärt. Trauernde Tierhalter erhalten Anregungen, wie sie die anstehenden Traueraufgaben lösen und wie sie mit den auftretenden Gefühlen umgehen können. Der Trauerbegleitung ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Hier gibt es Vorschläge, wie man um ihr Tier trauernde Kinder, Familienmitglieder oder Freunde während dieser anstrengenden Zeit unterstützen kann. Ob auch Tiere um den Verlust ihrer Gefährten trauern wird erklärt und was Tierhalter für die zurückbleibenden Tiere tun können, um ihnen die Zeit nach dem Verlust zu erleichtern. In fünfzehn ausführlichen Geschichten erzählen Tierhalter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, welche Gefühle und Gedanken sie nach dem Tode ihres Tieres hatten und was sie gemacht haben, um ihren Verlustkummer zu überwinden. Trauernde Tierhalter können durch dieses Buch anhand vieler Beispiele erkennen, dass sie mit ihrem Schmerz nicht allein sind. Es wird ihnen Mut gemacht, sich dem Schmerz zu stellen und ihn auszudrücken. Je besser und umfassender der Trauer Ausdruck gegeben werden kann, desto eher wird sich der Trauernde in einer Welt ohne sein Tier wieder orientieren können.

Über den Autor
Dr. Carmen Stäbler ist Tierärztin. In ihrer eigenen Praxis liegt ihr Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich Verhaltensforschung.

Testament einer Katze

Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament,
um ihr Heim und alles, was sie haben
denen zu hinterlassen, die sie lieben.

Ich würde auch solch´ ein Testament machen,
wenn ich schreiben könnte.

Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen, mein Spielzeug
und den so geliebten Schoß,
die sanft streichelnde Hand,
die liebevolle Stimme,
den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe, die mir zu guter Letzt
zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
gehalten im liebendem Arm.

Wenn ich einmal sterbe, dann sag' bitte nicht:
"Nie wieder werde ich ein Tier haben,
der Verlust tut viel zu weh!"

Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus
und gib' ihr meinen Platz.
Das ist mein Erbe.

Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles,
was ich geben kann.

(Margaret Trowton)

Ich möchte Sie alle bitten, sich dem Thema Tod & Trauer nicht zu verschließen. Wenn ein Freund oder eine Freundin trauert, sei es um einen tierischen oder menschlichen Gefährten, bieten Sie ihm ihr Ohr an. Das hilft viel mehr, als sie sich vielleicht vorstellen können. Manch einer denkt, er bietet lieber keine Hilfe an, weil er nicht weiß, was er sagen soll. Dabei ist eine herzliche Umarmung, das Gefühl „Du bist nicht allein“, manchmal mehr wert als 1000 Worte.