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Doggycat Ich möchte hier ganz speziell auf einen unserer liebsten Haus- und Wohnungsgefährten eingehen, den Wellensittich. Ein durchweg und auf der ganzen Linie liebenswerter Geselle, der es allemal verdient hat, meine Geschichte über ihn und seine Artgenossen niederzuschreiben... Liebe Leser, ich bitte Sie, sich Zeit zu nehmen und diese Geschichte zu lesen. Ich denke, es ist sehr, sehr wichtig für unsere kleinen Federfreunde. Wichtig deshalb, weil ich von eigenen Fehlern schreibe, die mit Sicherheit tausendfach in Haushalten gemacht werden und auf genau die gleiche Art und Weise ablaufen. ---------------
Als ich noch klein
war, ist er mir meist bei irgendwelchen Menschen in einem kleinen Käfig begegnet,
in dem er auch Im Alter von 8 Jahren sah ich ein, daß das ständige Betteln um ein Pony bei meinen Eltern aussichtslos war – ich verstand, daß das Pony nicht einfach bei uns im Wohnzimmer der kleinen Großstadtwohnung in der Ecke stehen und dort leben konnte... Und so kam es, daß mein 1. Wellensittich zu Beginn der Sommerferien bei uns Einzug hielt. Pitti war ein typischer blauer Wellensittich, wie man ihn nur allzu häufig sieht. Pitti war auch größer als die meisten anderen Wellensittiche, die ich bislang gesehen hatte. Heute weiß ich längst, daß sowohl die Farbe als auch die Größe das Produkt von Zuchtserien sind. Ich war furchtbar stolz, endlich einen kleinen Gesellen in meinem Einzelkind-Dasein zu haben. Er stand auf einem kleinen Tisch in meinem Kinderzimmer, und ich beschäftigte mich viel mit ihm. „Viel“ im Auge und Sinne eines Kindes von 8 Jahren... – und „viel“, weil ja Sommerferien waren und ich Zeit für ihn hatte. Pitti durfte nach einer Eingewöhnungsphase jeden Tag in meinem Zimmer fliegen, er bekam täglich frisches Wasser in sein Badehäuschen – doch er wurde leider nicht so zutraulich, wie ich es von anderen Wellis her kannte. Und es kam, wie es kommen mußte: Die Sommerferien waren schnell vorbei, die Schule fing wieder an, der Sportverein rief und ebenso die Musikgruppe und die aus den Ferien heimkehrenden Schulfreunde, die Eltern gingen tagsüber arbeiten – und Pitti war die meiste Zeit des Tages allein. Und weil er ja „versagt“ hatte und nicht sehr zutraulich war, verlor ich auch mit der Zeit das Interesse, mich mehr mit ihm beschäftigen zu müssen. Er bekam nach wie vor sein Futter, sein Badehäuschen, seinen Zuspruch, seinen Freiflug, sein Abdecktuch zur Nacht – und ab und an auch ein wenig Zeit von einem 8jährigen, einst so stolzen, Kind. Pitti war eben einfach da, stand in meinem Zimmer und piepte wie immer vergnügt, wenn ich selbiges betrat. Leider sollte es jedoch noch viel schlimmer kommen für den kleinen gefiederten Freund: Nach nicht mal einem halben Jahr durfte Pitti nicht mehr im Zimmer umherfliegen. Mal abgesehen davon, daß er mit einkehrender Dunkelheit am Abend oft nicht in seinen Käfig zurückkehrte, war es meiner Mutter plötzlich zuwider, ständig die kleinen Kackhäufchen und vielen umherfliegenden Federn im Kinderzimmer zu haben. Fortan war Pitti nun zusätzlich zu seiner Einsamkeit auch noch im viel zu kleinen (eben leider auch heute noch typischen weit verbreiteten) Käfig gefangen. Es gab Tage, da habe ich den Käfig dennoch geöffnet – Tage, an denen er mein Herz erreichte, weil er immer und immer wieder am kleinen Käfigtürchen hing und nagte... Pitti wurde keine 2 Jahre alt. Pitti starb sicherlich nicht nur an einem Tumor, den ein zigarrerauchender Tierarzt in einer widerlich dunklen und stinkenden Praxis eines Tages diagnostizierte, nachdem Pitti immer weniger fraß, immer dünner wurde und schließlich auch nur noch wackelnd auf seiner Sitzstange sitzen konnte. Pitti starb mit Sicherheit auch an Einsamkeit – Einsamkeit, die einerseits zu Lasten eines Kindes geht, andererseits zu Lasten der zugehörigen Eltern. Das einzige, das das mittlerweile 10jährige Kind noch getan hat, ist, diesem widerlichen Tierarzt den eingeschläferten Vogel zu entreißen und darauf zu bestehen, das kleine Wesen mit nach Hause zu nehmen. Meine Mutter war entsetzt – doch Pitti bekam seinen letzten Platz unter einem Kirschbaum im Hof... In den darauf folgenden Jahren erlebte ich eine „tierlose“ Zeit. Eine Zeit, in der ich zwar immer wieder auf Tiere stieß, diese auch knuddelte und herzte, aber nie mein Eigen nennen konnte – genau bis zu dem Tag (10 Jahre nach Pitti, ich wohnte längst nicht mehr zu Hause), an dem meinen künftigen Schwiegereltern 1 Woche vor Urlaubsantritt ein Vogel zuflog und sie eine Urlaubspflege für den kleinen Mann suchten. Paulchen war ein kleiner, grüner Wellensittich... Mein Lebensgefährte wollte kein Tier in der Wohnung haben – egal, ob es die Größe einer Kuh oder eines kleinen Vogels hatte. Und der vorprogrammierte Streit fand auch statt, als ich Paulchen samt Käfig und Zubehör anschleppte, während sich die Schwiegereltern in spé längst die Urlaubssonne auf den Bauch scheinen ließen... Doch Paulchen blieb für 3 Wochen. Und während dieser Zeit habe ich mit Paulchen so viel Zeit verbracht, wie nur irgend möglich. Dieser kleine Vogel bekam von mir schlichtweg alles, das ich in früheren Jahren bei Pitti versäumt hatte... Liebe, Zuspruch, Freiflug – alles. Und Paulchen bekam sogar noch mehr... Er bekam ein neues Zuhause, da mein Lebensgefährte es war, der seinen Eltern nach Rückkehr aus dem Urlaub offenbarte, daß sie den kleinen Kerl nicht zurückbekommen werden. Denn Paulchen war mittlerweile so zutraulich, daß es selbst um meinen menschlichen Mitbewohner geschehen war :))). Die Schwiegereltern trugen es mit Fassung – und auch mit Freude. Bücher wurden gelesen (Internet gab es damals für Normalsterbliche leider noch nicht), Literatur sämtlicher Art wurde besorgt – wir haben uns bis zum Umfallen informiert. Das Futter wurde attraktiver und gesünder gestaltet, der Minikäfig mit den für Vögel ungünstigen senkrechten Streben wurde durch einen größeren mit waagerechten Streben ausgetauscht, für Vögel giftige Pflanzen wurden umgestellt oder abgeschafft – und Paulchen bekam keine 2 Monate später Gesellschaft durch einen Artgenossen.
Und hier ging dann alles so richtig los: Mäxchen zog ein – eigentlich Maxine, aber (wie sich später herausstellte, denn es ist bei Jungvögeln mitunter recht schwierig, das Geschlecht zu bestimmen) Maxine sollte irgendwann doch eine Männchen sein. Mäxchen und Paulchen waren von der 1. Minute an ein Herz und eine Seele. Und erst diejenigen, die ein Miteinander zwischen Wellensittichen erleben dürfen, wissen, dass alles andere eine Qual für diese Tiere ist, die ein extrem ausgeprägtes Sozialverhalten haben. Einige Monate später zogen dann Purzel, Krümel und Maja ein. Mein Mitbewohner fand sie „so wunderhübsch“ in der Tierhandlung... Bei einem Besuch der Großeltern in Flensburg wohnte damals ein Züchter direkt gegenüber – so kam dann Teddy zu uns. Mittlerweile hatte sich auch herausgestellt, daß Mäxchen ein Mädchen war – Paulchens und Mäxchens eindeutiges Verhalten sprachen Bände. Und wieder wurde Literatur gewälzt – und als Resultat ein Brutkasten (Wellis sind Höhlenbrüter) an eine der Türen (mittlerweile hatten wir einen Riesenkäfig – ca. 150 x 120 x 100 cm = B x H x T) gehängt. Und wieder kam es, wie es kommen mußte: Eines Tages war Mäxchen nur noch selten außerhalb des Brutkasten und noch seltener außerhalb des Käfigs. Sie hatte 3 Eier gelegt und war fleißig am Brüten. Paulchen kam in regelmäßigen und häufigen Abständen zu seiner Freundin, um sie zu füttern... Da vor allem Mäxchen ein ausgeprägtes „Revierverhalten“ entwickelte (sie biß alle anderen Wellis fort, sobald sie sich näherten), setzten wir Paulchen und sie samt Brutkasten in einen Extrakäfig um. Auch dort wurden die anderen Wellis vom Käfiginnern attackiert, sobald sie auf diesem Käfig landeten... Leider haben wir es damals in der Literatur übersehen (vielleicht war es auch nicht dokumentiert), daß ein Privatmensch nicht „einfach so“ Wellensittiche „züchten“ darf. Züchten wäre für uns auch das falsche Wort gewesen, denn wir hatten die Vermehrung unseres Pärchens nicht aus kommerziellen Zwecken, sondern nur zu reinen Selbstfreude unterstützt. Außerdem hatten wir längst für entsprechende Abnehmer im Verwandten- und Bekanntenkreis gesorgt. Wellensittiche gehören zu den Klein-Papageien. Und Papageien können eine Krankheit bekommen, die Papageienkrankheit (Psittakose). Diese ist relativ selten. Doch da sie auch für den Menschen nicht ungefährlich sein kann, ist sie meldepflichtig. Das heißt: Eine Vermehrung (egal, aus welchen Gründen) von Papageien muß beim zuständigen Veterinär-Amt angemeldet werden. Hierfür müssen Formulare ausgefüllt werden, man erhält die entsprechenden Ringe, die die Füßchen „zieren“ usw. Jedenfalls entstanden aus den 3 gelegten Eier 2 wunderschöne Wellis. Ein kleines verstarb nur wenige Minuten nach dem Schlüpfen. In der gelesenen Literatur lernten wir, daß sich nach der Befruchtung die Eier im Welli-Weibchen erst dann bilden, wenn es sich kontinuierlich (bis auf wenige Pausen) im Dunkeln aufhält, sprich im Brutkasten. Die Brut, das Schlüpfen und die Aufzucht der kleinen Wellis im Brutkasten dauerte zwar nur wenige Wochen, jedoch befruchtete Paulchen seine Freundin während ihrer kurzen Ausflüge aus dem Brutkasten. Und so kam es, daß wir kurze Zeit nach dem Flüggewerden der Mini-Wellis schon wieder ein eierlegendes Mäxchen hatten. Diesmal waren es 5 Eier, die sie legte... und alle 5 schlüpften, wurden wunderschön, gesund und groß – und konnten gut in unsere Kreise vermittelt werden. Nachdem dann diese 5 Wellis „erledigt“ waren und sich genau dasselbe Problem (Mäxchen wegen Aufzucht im Kasten, Befruchtung usw.) anbahnte, nahmen wir nach erneut 5 oder 6 gelegten Eiern den Brutkasten ab. Wellensittiche sollten keinesfalls mehr als ein oder zwei Bruten im Jahr haben. Es ist definitiv zu anstrengend für das Muttertier. Und letztlich wollten wir auch keine Welli-Kinder mehr haben. Das Problem ist nur, daß das Weibchen bei ZU früher Wegnahme des Brutkastens in Legenot geraten kann. Das heißt, sie hat noch mehr Eier, die sie legen muß und tut dies nicht, weil sie keinen Brutkasten (= Sicherheit) mehr hat. Und ehe sie diese Eier irgend wohin legt, legt sie sie gar nicht und kann an diesen ungelegten Eiern sehr schnell sterben. Wir hatten jedoch Glück, denn Mäxchen legen Ei Nr. 7 auf den Käfigboden. Und wir hofften, daß es damit getan war. Dem war Gott sei Dank auch so... Letztlich gesellten sich zu unserer nunmehr fast unzähligen Schar Wellis noch 3 Wellis hinzu, die uns in der Firma zuflogen und die sogleich von den Kollegen an mich weitergegeben wurden. Zeitweise hatten wir (bis zur entgültigen Abnahme der Jungtiere) 10-15 Wellensittiche, die in einem Schwarm durch die komplette Wohnung flogen. Wellensittiche, die vieles anknabberten (Türrahmen, Tapeten, Bilder usw.), Wellensittiche, die alle 15 Minuten einen Klecks fallen ließen, Wellensittiche, die vieles kaputtmachten und viel Schmutz hinterließen. Aber auch Tiere, die einem eine herzerwärmende Freude machen mit ihrem einmaligen Verhalten untereinander, mit ihren Clownereien, mit ihren Zärtlichkeiten untereinander und mit ihrer Lebensfreude. Und niemals im Leben wären wir auch nur auf den Gedanken gekommen, daß es schöner ist, einen handzahmen Wellensittich zu haben. Einen Wellensittich, der zutraulich ist und dafür den harten Preis der Einsamkeit bezahlen muß. Denn auch nur eine einzige Stunde Alleinsein ist für einen Welli eine Qual. Diese für uns Menschen nur eine einzige Stunde bedeutet für einen kleinen Welli eine schier endlose Zeitspanne... Diese traurige Erfahrung mußte auch Kiki machen. Kiki war der ca. 13jährige Wellensittich einer neuen Kollegin, der 13 Jahre in einem kleinen Käfig auf dem ständig vibrierenden Kühlschrank stand, 13 Jahre lang „seine“ Familie (Kollegin, Mann und Kind) 3x täglich zu den Mahlzeiten sah, 13 Jahre lang Koch- und Bratdünsten ausgesetzt war, 13 Jahre lang auf denselben Stangen gleicher Dicke saß, 13 Jahre lang nicht ein einziges Mal fliegen durfte – und 13 Jahre lang Einsamkeit ertragen mußte. Und diese Familie wollte mir das Tier nicht einmal geben! Und noch schlimmer: Sie sahen es überhaupt nicht ein, Kiki ein besseres Leben zu gönnen, da sie nur sich selbst sahen! Zitate: „Der Kühlschrank sieht doch dann so leer aus!“ und „Kiki gehört doch zu uns!“ und „Er ist doch an diesen Platz gewöhnt“ und, und, und. Ich weiß nicht mehr, WIE lange es dauerte, aber es waren Monate, bis Kiki schließlich in unsere Schar aufgenommen werden konnte. Ein kleiner, alter Welli-Mann, der völlig verkrüppelte Füßchen hatte, da er ein Leben lang auf immer denselben Standen sitzen mußte. Er hatte eine völlig verkümmerte Flugmuskulatur, weil er nie fliegen durfte... Doch das sollte sich nach einigen Wochen ändern, denn: Kiki unternahm einige Wochen nach Einzug bei uns seine ersten Flugversuche. Klar stürzte er oft ab und hatte diverse Bruchlandungen – aber er ließ sich nicht entmutigen. Und letztlich erwärmt es noch heute mein Herz, wenn ich an die ca. 1,5 Jahre denke, die auch ein ehemals einsamer und vernachlässigter Kiki samt allen anderen Wellis durch die Wohnung flog. Es zaubert noch heute ein Lächeln auf mein Gesicht, daß diese kleine Kreatur einen wunderschönen Lebensabend bei uns haben konnte, bevor auch er eines Tages über den Regenbogen gehen mußte. Als letzter Welli blieb nach vielen Jahren unsere liebe Maja übrig. Alle anderen sind im Laufe der vielen Jahre über die Regenbrücke gegangen. Maja war von Anfang an ein ganz besonderes Welli-Mädchen. Sie war diejenige, die sich über all die Jahre um alle Wellis kümmerte, wenn sie einmal krank waren und/oder eine schlechte Phase hatten. Maja war stets zur Stelle. Sie zupfte, knabberte und putzte ihre Mitbewohner, sie wich einem kranken Tier nicht von der Seite, sie war einfach ein lebender Engel. Maja hatte von Anfang an Übergewicht. Sie war pummelig, konnte nicht weit fliegen und musste schon nach wenigen Metern eine Pause einlegen. Und womit wir nie gerechnet hätten: Maja wurde am ältesten – sie wurde fast 15 Jahre alt. Als der letzte Welli unserer Schar vor Maja starb, war für uns sonnenklar, daß wir sie keinesfalls auch nur einen einzigen Tag allein lassen konnten. Sie war 15 Jahre Gesellschaft gewohnt. Sie war so sehr sozial eingestellt, daß sie wahrscheinlich nur wenige Tage überlebt hätte, wenn wir sie allein gelassen hätten... Also fuhren wir ein letztes Mal los und holten aus einem kleinen Vogelpark im Berliner Umland einen wenige Monate alten Wellensittich. Bevor wir ihn holten, vergewisserten wir uns bei einer Freundin, ob dieser nach Majas Gang über die Regenbogenbrücke ein Zuhause in deren Voliere bekommen könnte. Und als wir das „JA“ hatten, bekam Maja noch am gleichen Abend einen neuen Freund. Nach insgesamt gut 15 Jahren Leben mit Wellensittichen ging dann wenige Monate später auch unsere geliebte Maja über die Regenbogenbrücke. Der kleine neue Welli kam wie besprochen zu meiner Freundin in die große Voliere und lebt dort nunmehr seit einigen Jahren inmitten von vielen Artgenossen und Nymphensittichen. Für uns endete mit Maja eine wunderschöne Welli-Zeit. Eine Zeit, die uns gezeigt hat, dass es nicht wichtig ist, einen handzahmen gefiederten Freund zu haben. Wir haben uns letztlich so viele Wellis „angeschafft“, weil wir sie aus den engen Käfigen in den Zoohandlungen retten wollten – und auch deshalb, weil wir ihnen ein Leben in einer Gemeinschaft bieten wollten. Wellensittiche leben in ihrem freien und wilden Leben in riesigen, mehrere tausend Vögel umfassenden Schwärmen in Australien. Sie fliegen am Tag auf der Suche nach Futter mehrere hundert Kilometer weit. Und es sollte für einen jeden Tierbesitzer dieser liebenswerten Gesellen ein oberstes Gebot sein, ihnen nicht nur Geselligkeit durch Artgenossen, sondern auch täglichen Freiflug im menschlichen Zuhause zu bieten. Und man beachte bitte! Auch zwei und/oder mehr Wellis können zutraulich werden! Ein allein im Käfig gehaltener Wellensittich, der womöglich 1x wöchentlich oder gar nie fliegen darf und der selbst 3 Stunden tägliche Beschäftigung von uns Menschen bekommt, verkümmert dennoch, ist bodenlos einsam und nur ein Schatten seiner selbst – auch dann, wenn er fröhlich zwitschert, gut frißt, (aus Verweifelung und Unkenntnis der Menschen) seinen Plastikkollegen und den vermeintlichen Spiegelbild-Freund füttert, mit diesem schmust und insgesamt einen „guten Eindruck“ macht. Dies ist eine der vielen Fehlinterpretationen, die wir Menschen aus Unkenntnis, mangelnder Information und Gedankenlosigkeit machen. Ein Fehler, der ein kleines, gefiedertes Leben zur nicht enden wollenden Hölle macht. Mit wenig Geld (denn die Anschaffungskosten eines Wellis sind nicht hoch) können wir Menschen einem kleinen Welli ein wunderbares Leben geben. Für ein solches Leben sind keinesfalls 10 oder 20 Wellis nötig – ein Partner reicht völlig aus, seinem kleinen gefiederten Freund die Gesellschaft zu bieten, die sein Leben lebenswert macht. Und insgesamt 2 Wellis machen auch bei weitem nicht diesen Schmutz und so viel kaputt, wie wir es erlebt haben... Letztlich entscheidet auch hier unsere Spezies Mensch darüber, ob ein kleines Vogelleben glücklich verlaufen darf oder nicht. Eines sollte Welli-Besitzern jedenfalls immer klar sein: Wir Menschen können nicht einmal eine einzige Stunde mit einem Artgenossen ersetzen.
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